Lebensmittelpreise in der EU: Deutschland nur leicht über dem Durchschnitt
Die Lebensmittelpreise unterscheiden sich innerhalb der Europäischen Union teils erheblich. Während Verbraucherinnen und Verbraucher in Luxemburg deutlich mehr für Lebensmittel bezahlen als im EU-Durchschnitt, liegen die Preise in Rumänien deutlich darunter. Deutschland bewegt sich dagegen mit einem Preisniveau von 2,7 Prozent über dem EU-Durchschnitt im oberen Mittelfeld.
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Für landwirtschaftliche Betriebe stellt sich dabei eine entscheidende Frage: Profitieren Erzeuger überhaupt von höheren Lebensmittelpreisen?
Große Unterschiede innerhalb der Europäischen Union
Nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) lagen die Lebensmittelpreise im Jahr 2025 in Luxemburg 23,5 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Es folgen Frankreich (+7,9 %), Italien (+3,3 %) und Deutschland (+2,7 %). Deutlich günstiger sind Lebensmittel dagegen unter anderem in den Niederlanden (-2,6 %), Spanien (-5,1 %), Polen (-11,6 %) und Rumänien (-21,1 %).
Einkommen spielen eine wichtige Rolle
Die Preisunterschiede lassen sich nicht isoliert betrachten. Das BZL weist darauf hin, dass das durchschnittlich verfügbare Einkommen zwischen den Mitgliedstaaten ebenfalls stark variiert. So liegt das Einkommen in Luxemburg deutlich höher als beispielsweise in Rumänien. Dadurch relativieren sich die höheren Lebensmittelpreise teilweise.
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Auch Deutschland weist laut BZL ein verfügbares Einkommen auf, das über dem EU-Durchschnitt liegt. Gleichzeitig sind die Lebensmittelpreise nur moderat höher als im europäischen Durchschnitt.
Höhere Verbraucherpreise bedeuten nicht automatisch höhere Erzeugerpreise
Für landwirtschaftliche Betriebe ist vor allem wichtig, dass sich steigende Lebensmittelpreise im Supermarkt nicht automatisch in höheren Auszahlungspreisen für Erzeuger widerspiegeln.
Zwischen dem Verkauf eines landwirtschaftlichen Rohstoffs und dem Endpreis im Supermarkt liegen zahlreiche Kosten:
- Verarbeitung
- Verpackung
- Transport
- Energie
- Personal
- Logistik
- Handelsspannen
- Mehrwertsteuer
Dadurch können sich Verbraucherpreise und Erzeugerpreise sehr unterschiedlich entwickeln.
Was bedeutet das für landwirtschaftliche Betriebe?
Die aktuelle BZL-Grafik zeigt vor allem, dass Lebensmittelpreise immer im Zusammenhang mit Kaufkraft und Marktstrukturen betrachtet werden müssen. Für Landwirte bleibt deshalb entscheidend, wie sich Erzeugerpreise und Produktionskosten entwickeln – nicht allein der Preis, den Verbraucher im Supermarkt bezahlen.
Gerade in den vergangenen Jahren standen viele Betriebe trotz gestiegener Lebensmittelpreise unter erheblichem Kostendruck durch höhere Ausgaben für Energie, Betriebsmittel, Dünger, Pflanzenschutz, Maschinen und Löhne.
Fazit
Deutschland liegt bei den Lebensmittelpreisen nur leicht über dem EU-Durchschnitt. Für landwirtschaftliche Betriebe ist diese Zahl jedoch nur begrenzt aussagekräftig. Entscheidend bleibt, welcher Anteil des Verkaufspreises tatsächlich bei den Erzeugern ankommt und wie sich Produktionskosten und Erlöse entwickeln.
Quelle
Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL), Infografik „Wie unterscheiden sich die Lebensmittelpreise innerhalb der EU?“, veröffentlicht am 30. Juli 2026. Die Daten basieren auf Eurostat.
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