Im Jahr 2019 wurde erstmals das Citrus bark cracking viroid (CBCVd) an Hopfen in der Hallertau nachgewiesen. Um Erkenntnisse über die Verbreitung des CBCVd zu erhalten, hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) deshalb im Jahr 2020 ein risikobasiertes Monitoring in allen bayerischen Hopfenanbaugebieten durchgeführt.

Für die Flächenauswahl wurden Befliegungsdaten der gesamten Hopfenanbaufläche ausgewertet. Es wurden dann insgesamt über 2300 Proben von Flächen von mehr als 400 Betrieben genommen und im Labor getestet. Zusätzlich zu den bereits aus dem Jahr 2019 bekannten drei Betrieben konnte im Jahr 2020 nur noch in Hopfengärten von vier weiteren Anbauern CBCVd nachgewiesen werden. Als wahrscheinliche Verbreitungswege wurden Hopfenfechser und der gemeinsame Einsatz von Bodenbearbeitungsgeräten identifiziert. Es gibt Hinweise darauf, dass die Infektionen in diesen Betrieben bereits seit mehreren Jahren bestehen. Die Gefahr einer Verbreitung über die eigenen bewirtschafteten Hopfenflächen hinaus, scheint gering zu sein.

Allgemein ist unverändert zu empfehlen, befallsverdächtige Bestände zu roden, bis der phytosanitäre Status des Erregers auf Bundes- bzw. europäischer Ebene geklärt ist. Von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wurden Maßnahmen angeordnet, welche dazu dienen sollen die Verbreitung über die bereits betroffenen Betriebe hinaus einzudämmen. Die Maßnahmen beziehen sich auf die Pflanzgutproduktion (Hopfenfechser), den Maschineneinsatz und die Verbringung von Rebenhäcksel. Die LfL empfiehlt auch Gärreste aus Biogasanlagen, in welchen Rebenhäcksel vergoren wurden, vorsorglich nicht auf Hopfenflächen auszubringen.

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