Virusbekämpfung bei Zuckerrüben in Hessen und Schleswig-Holstein ermöglicht

    BVL erteilt Bundesländern zeitlich begrenzte Notfallzulassung zur Saatgutbehandlung von Zuckerrüben verbunden mit strengen Auflagen

    Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 22. Dezember 2020 der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und dem Pflanzenschutzdienst Hessen Notfallzulassungen zur begrenzten Saatgutbehandlung und anschließenden Aussaat von Zuckerrübensaatgut mit dem Wirkstoff Thiamethoxam vom 1. Januar 2021 bis 30. April 2021 erteilt.

    Die Notfallzulassungen des Pflanzenschutzmittels Cruiser 600 FS zur Behandlung von Zuckerrübensaatgut wird für Schleswig-Holstein auf 1.500 ha sowie auf 5.400 ha in Hessen ausschließlich für Hotspots in den Vertragsgebieten der in den Zulassungen angegebenen Zuckerfabriken erteilt

    Hintergrund

    Wie in der Pressemitteilung des BVL vom 14. Dezember 2020 erläutert, führt das Vergilbungsvirus in Deutschland regional zu gravierenden Pflanzenschäden und Ertragsverlusten.

    Die antragstellenden Bundesländer Hessen und Schleswig-Holstein haben sich verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass mit Cruiser 600 FS behandeltes Saatgut nur dort eingesetzt wird, wo dies zur Abwehr großer Schäden im Rübenanbau notwendig ist. Dafür werden die Bundesländer rechtlich verbindliche Maßnahmen (z. B. durch eine Rechtsverordnung oder Allgemeinverfügung nach § 6 und § 8 des Pflanzenschutzgesetzes) erlassen, um die Risikominderung ab der Aussaat und über das Ende der Notfallzulassungen am 30. April 2021 hinaus zu gewährleisten. Durch diese ergänzenden Maßnahmen in der Verantwortung des Landes war es dem BVL möglich, die Notfallzulassungen zu genehmigen.

    Auch diese Notfallzulassungen wurden zusätzlich mit strengen Auflagen vor allem zum Insektenschutz verbunden:

    • Die Saatgutbehandlung darf nur in vom JKI gelisteten Einrichtungen erfolgen.
    • Die durch die Aussaat ausgebrachte Dosis wurde durch eine verringerte Aussaatstärke und geringeren Mittelaufwand je Saatguteinheit deutlich reduziert auf 49,5 g Wirkstoff je Hektar (gegenüber 78 g/ha bei früheren Zulassungen).
    • Ein anbaubegleitendes Monitoring zur Beobachtung möglicher Umwelteffekte ist durchzuführen.
    • Blühende Zwischenfrüchte dürfen auf der Fläche nicht ausgesät werden.
    • Als Folgekultur dürfen nur Pflanzen angebaut werden, die für Bienen nicht attraktiv sind.
    • Imkerverbände oder Bienensachverständige im Umkreis der Aussaatflächen sind vor der Aussaat zu informieren.

    Ausgabejahr 2020
    Datum 23.12.2020

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