Der Schweinemarkt ist derzeit im ungebremsten Sinkflug. Die ruinösen Preise durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland und den damit verbundenen weggebrochenen Export bringen immer mehr Schweinehalter in existenzielle Nöte.

Doch auch neue Schließungen von Schlachthöfen lassen die Tierhalter bangen. Schlachtreife Schweine können nicht geschlachtet werden, da die entsprechenden Schlachtkapazitäten fehlen. Da die fertig gemästeten Schweine die Ställe nicht wie geplant verlassen, können keine neuen Ferkel eingestallt werden. Dies führt zu extrem niedrigen Ferkelpreisen, bei denen die Ferkelerzeuger mit jedem verkauftem Ferkel Verlust machen. Die reduzierten Schlachtzahlen führen zu einem regelrechen Rückstau, momentan etwa 300000 Stück, an Schweinen in den Ställen. Jedoch kann die Anzahl der geborenen Ferkel nicht wie bei einer Maschine beliebig und vor allem kurzfristig reduzieren.

Bei all den wirtschaftlichen Problemen der Schweinehalter muss auch der Tierschutz in den Schweineställen gewährleistet sein. Eine Überbelegung oder Unterbringung in nicht altersgerechten Stallungen muss auf alle Fälle verhindert werden. Der „Schweinestau“ muss dringend aufgelöst werden. Denn nur wenn Schweine geschlachtet werden, gibt es in den Ställen wieder Platz für neue Ferkel, diese jedoch werden tagtäglich neu geboren und brauchen Platz.

Landwirtschaft verbindet Bayern e.V. kritisiert die schleppende und durch Kompetenzgerangel geprägte Umsetzung der Maßnahmen zur Eindämmung der ASP in Brandenburg. Wir brauchen hier wirksames und entschlossenes Handel um keine weitere Ausbreitung zu provozieren.

In der Aktuellen Situation fordern wir:

  • Schlachtzahlen in Deutschland deutlich zu erhöhen! Der Stau in den Schweineställen muss unverzüglich aufgelöst werden, bevor der Tierschutz nicht mehr gewährleistet werden kann. Hierzu sind alle zur Verfügung stehenden Mittel anzuwenden, wie auch insbesondere die Ausweitung der wöchentlichen Schlachttage.
  • Der Import von Ferkeln, Schlachtschweinen und geschlachteten Schweinehälften ist einzustellen, bis die Situation in deutschen Ställen sich wieder normalisiert hat. Die Länder ohne ASP können relativ Problemlos auch in andere Länder exportieren, was in Deutschland derzeit kaum möglich ist.
  • Die sofortige Errichtung eines funktionsfähigen Zaunes um das Kerngebiet in Brandenburg und an der Grenze zu den Ländern, in denen die ASP ausgebrochen ist!
  • Die vollständige Entnahme des Schwarzwildbestandes im Kerngebiet nach Fertigstellung des Zaunes!
  • Vorbeugend eine verstärkte Bejagung des Schwarzwildes, sowie eine grundsätzliche Freigabe von
  • technischen Hilfsmittel zur Jagd, um das Risiko einer Verbreitung auf ein Minimum zu reduzieren!
  • Erhöhung der Abschussprämie für Schwarzwild, um den Anreiz zur Bestandsverringerung zu verbessern.
  • Die unverzügliche Sperrung sämtlicher Wildbrücken!
  • Die sofortige Ausbildung von Kadaversuchtrupps, um im Seuchenfall innerhalb maximal einer Woche das gesamte Sperrgebiet absuchen zu können!
  • Die sofortige Nutzung der Kompetenzen, des Personals, Materials und der Pläne externer Firmen, die über die Möglichkeiten verfügen diese Seuche nachhaltig einzudämmen!
  • die Bereitstellung und Freigabe der notwendigen finanziellen Mittel, um die oben genannten Ziele erreichen zu können!
  • Die sofortige Prüfung der Vorbereitungsmaßnahmen aller Veterinärämter in den Landkreisen für den Fall eines dortigen ASP Ausbruchs!
  • Im Falle eines ASP Ausbruchs in Bayern muss der Katastrophenfall für das betroffene Gebiet ausgerufen werden!
  • Die Einrichtung eines Krisenstabes im Freistaat Bayern zur Koordination der Maßnahmen zur Abwehr und Bekämpfung der ASP!
  • Wir fordern einen runden Tisch mit dem BBV, BDM, ABL, dem Umweltministerium, dem Wirtschaftsministerium und dem Landwirtschaftsministerium

Eine Ausbreitung der ASP und ein damit einhergehendes Bestell- und Ernteverbot der landwirtschaftlichen Flächen würde die Versorgungssicherheit mit regionalen Produkten aufs Spiel setzen. Betroffene Landwirte müssen unterstützt und im Schadensfall entschädigt werden.

Landwirtschaft verbindet Bayern e.V. fordert nachdrücklich alle Beteiligten zu entschlossenem und unverzüglichem Handeln auf!

Mit freundlichen Grüßen Landwirtschaft verbindet Bayern e.V.

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