Düngeverordnung ist beschlossen – Rückblick und Ausblick

    Nach zähem Ringen haben wir in Bezug auf die DüVO einen kleinen Erfolg zu verzeichnen: Die Novellierung der Düngeverordnung wurde zwar verabschiedet, aber die Umsetzung muss erst innerhalb von 9 anstatt 6 Monaten erfolgen, also zum 01.01.2021.

    Was bedeutet das nun für uns – die Landwirte und auch für Land schafft Verbindung? Zunächst ist dies sicher eine Bestätigung unserer bisherigen Arbeit und sie verschafft uns 3 weitere Monate Luft.

    Aber: Leider ist aufgeschoben nicht aufgehoben. Darum müssen wir mit unserer Arbeit weitermachen und eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zur Bestimmung und Auswertung der Messtellen und eine Düngeverordnung fordern, die nicht die Gesamtschuld auf die Landwirte abwälzt, sondern alle Verursacher adäquat berücksichtigt! Fraglich ist weiterhin, ob die Regierungen die Binnendifferenzierung etc. in dem vorgegebenen Zeitraum überhaupt umsetzen können. Unsere Aufgabe ist es nun, an einem Konzept mitzuarbeiten das alle Belange berücksichtigt – die der Umwelt UND die der Landwirte. Wenn nötig, werden wir den Klageweg beschreiten.

    Und lasst uns nicht vergessen, was wir bislang schon erreicht haben!

    WAS HABEN WIR ALS LANDWIRTE ERREICHT?

    Wir haben
    • den Zusammenhalt im ganzen Agrarsektor gestärkt und ein „WIR“ Gefühl erzeugt,
    • viele Gespräche mit Politikern geführt, deren Fachgebiet nicht in der Landwirtschaft liegt,
    • das Bild der Landwirtschaft und der Landwirte in der Bevölkerung verbessert,
    • die Berichterstattung durch die Medien positiv beeinflusst,
    • Gesprächsangebote von allen LEHs erhalten und wahrgenommen,
    • den Beginn des Umdenkens bei den LEHs erreicht,
    • eine die Landwirtschaft missachtende Werbekampagne gestoppt und auch Plakate umgestaltet,
    • NEIN gesagt zur Bauernmilliarde! – diese heißt nun Landwirtschaftsmilliarde und könnte zur Korrektur des Messnetzes verwendet werden,
    • Klagen gegen die DüVO vorbereitet,
    • die einheitliche Binnendifferenzierung auf den Weg gebracht.

    Und nicht zuletzt: wir haben in Berlin durch unsere Demonstration für die deutsche Landwirtschaft mit tausenden Traktoren und vielen tausend Teilnehmern ein deutliches Zeichen gesetzt:

    HÖRT UNS ZU, DAMIT DIE LANDWIRTSCHAFT IN DIESEM LAND WEITER ZUKUNFTSFÄHIG IST!

    Nur durch diese Demonstration und unsere Hartnäckigkeit wurde der erste Kanzler-Agrar-Gipfel der Geschichte Deutschlands möglich und damit die Bildung einer Zukunftskommission Landwirtschaft, in der wir aktiv mitgestalten können.

    WO GEHT DIE REISE NUN HIN?

    Wir müssen nun in den Bundesländern an der Umsetzung der DVO mitarbeiten. Es gilt, die vorgeschlagene Düngerreduzierung zu überarbeiten, insbesondere unter Berücksichtigung der Kulturen und Bedarfe.

    Aufgrund der Beschlussfassung sind 2 wesentliche Punkte entscheidend für uns:

    • die Länder müssen bundesweit einheitliche Regeln bei der Ausweisung der roten Gebiete finden, hier ist unsere Unterstützung gefordert
    • da jetzt jede rote Messtelle ein rotes Gebiet erzeugt, ist eine Reduktion derselben immens wichtig – mit jedem Nachweis eines nicht landwirtschaftlichen Ursprungs des Nitratgehaltes werden rote Gebiete reduziert
    • des Weiteren ist eine Differenzierung dieser Gebiete notwendig.

    Zusätzlich stehen zeitnah viele Entscheidungen an, die uns Landwirte maßgeblich betreffen werden, seien es Entscheidungen zur Alters- und Krankenkasse, Zulassung und Verbot von Pflanzenschutzmitteln, Tierwohl, das Pauschalierungsverbot oder das Insektenschutzprogramm, um hier nur einige zu nennen.

    Unsere Arbeit ist und bleibt wichtig für die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland und es liegt an jedem einzelnen von uns, diese aktiv mitzugestalten. Bringt Euch ein, nicht nur in den landwirtschaftlichen Verbänden und Organisationen, sondern auch in der Politik. Nutzt die Chance, mitzuarbeiten und Entscheidungen zu beeinflussen. Die Landwirte sind in den Gremien häufig zu wenig präsent und das müssen wir ändern!

    Zusammengefasst: Wir haben das geschafft, was wir uns auf die Fahne geschrieben haben: Wir bitten zu Tisch. Zu Dialogen, zu Gesprächen und natürlich auch zu Diskussionen. Unser Weg wird weiterhin nicht leicht sein, aber wir haben ein Ziel vor Augen: die nachhaltige Stärkung der Landwirtschaft in Deutschland.

    Seid weiter aktiv dabei, damit unsere Kinder auch in Zukunft noch voller Überzeugung sagen können: ich möchte Bauer werden!

    Mit landwirtschaftlichen Grüßen

    Vorstand Land schafft Verbindung Deutschland e.V. (i.Gr.)
    Dirk Andresen Sebastian Dickow Frank Böcker Christoph Plass Johannes Wagenbach