Ultraflache Bodenbearbeitung schützt Wasservorräte im Boden

    Mehr als 40 Geräte für die ultraflache Bodenbearbeitung nach der Ernte, darunter Neuheiten und Prototypen, hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) am Donnerstag (15. September) bei einer bundesweit einmaligen Maschinenvorführung in Sehnde (Region Hannover) im praktischen Einsatz vorgestellt.

    LWK Lockerer

    Rund 1.700 Zuschauerinnen und Zuschauer beobachteten Schlepper mit Großfederzinkeneggen, Flachgrubbern, Kurzscheibeneggen, Rotorfräsen, Mulch-/Direktsaatmaschinen und weiteren Geräten bei der Feldarbeit und informierten sich an den zahlreichen Ständen der Landmaschinenhersteller.

    LWK Schwetje

    „Der Klimawandel verändert die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte in Niedersachsen, dies gilt auch für die Produktionstechniken auf dem Acker“, sagte Kammerpräsident Gerhard Schwetje zur Eröffnung. „Als landesweit führende Beratungsorganisation zeigt die Landwirtschaftskammer innovative Möglichkeiten auf, wie nach der Ernte das Saatbett für die folgende Kultur besonders wassersparend, bodenschonend und wirtschaftlich hergestellt werden kann, damit unsere Ackerbaubetriebe auch in Zukunft erfolg- und ertragreich arbeiten können.“

    „Infolge trockener Frühjahre und Sommer ist der Wasservorrat im Boden gerade in der Erntezeit oft gering“, berichtete Dr. Harm Drücker, bei der LWK Leiter des Fachbereichs Landtechnik, Energie, Bauen, Immissionsschutz. „Damit die Fruchtbarkeit des Bodens auf Dauer erhalten bleibt, müssen unter anderem die noch vorhandenen Wasservorräte so gut wie möglich geschont werden.“

    „Die ultraflache Bodenbearbeitung nach der Getreideernte ist ein Verfahren, um die Verdunstung niedrig zu halten, die Bodenfeuchtigkeit weitgehend zu erhalten und den Boden vor Erwärmung und Erosion bestmöglich zu schützen“, ergänzte Claus Fricke, LWK-Berater für Landtechnik und Precision Farming und Organisator der Maschinenvorführung.

    LWK Kettenscheibenegge

    Bei der ultraflachen Arbeitsweise findet die erste Bearbeitung des Bodens unmittelbar nach der Ernte statt. Der Boden wird nur wenige Zentimeter tief, aber ganzflächig geschnitten, um den kapillaren Wasseraufstieg zu unterbinden. Das flache Schneiden schafft an der Bodenoberfläche ein Gemisch aus feiner Erde und Ernteresten. Dieses Gemisch begünstigt die Keimung von Ausfallgetreide und Beikrautsamen und ermöglicht die Einleitung der Strohrotte bereits bei geringer Wiederbefeuchtung durch Tau oder Regen.

    „Der relativ große Anteil von Ernteresten wie Halmen, die bei dieser Art der Bodenbearbeitung auf der Oberfläche liegen bleiben, bilden einen wirksamen Schutz gegen Verdunstung und Erosion“, betonte Fricke. „Das Bodenleben und insbesondere die Regenwürmer werden durch die ultraflache Bearbeitung kaum beeinträchtigt und können bei Wiederbefeuchtung des Bodens einen wesentlichen Beitrag zum Abbau der Erntereste leisten.“

    Bei Starkregen verhindert die Mulchauflage wirkungsvoll, dass Boden fortgespült wird. Außerdem kann das Regenwasser durch das intakte Kapillarsystem des Bodens auf der Fläche versickern und den Wasserspeicher des Bodens wieder füllen.

    Fricke: „Ein weiteres Argument für diese neuartige Bearbeitungsvariante sind die hohen Flächenleistungen der Maschinen bei gleichzeitig geringen Kraftstoffverbräuchen von lediglich etwa drei bis vier Litern pro Hektar.“

    Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen

    Bildquelle: Ehrecke / Landwirtschaftskammer Niedersachsen

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