Scheitert die Landwirtschaft am eigenen System?

    Am 16.10.2020 wird der neue alte Präsident des deutschen Bauernverbandes „gewählt“. In einem antidemokratischen und völlig überholten Wahlsystem. Doch ein weiter so kann und darf es nicht geben. Es hilft nicht wenn auf Ort und Kreisebene oft hervorragende Basisarbeit geleistet wird, die dann aber von der Führungsriege nicht anerkannt oder weitergetragen wird. 

    Es muß ein Umbruch stattfinden . Die Basis muß sich wieder in ihren bäuerlichen Interessen vertreten fühlen. Der Verband muß für die aktiven Bauern einstehen und sonst für niemanden. Auch wenn es einmal ungemütlich wird, nicht wegducken oder sich distanzieren, nur um in der Politik und Industrie ja nirgends anzuecken. Unsere oberste deutsche Berufsvertretung muß die Zeichen der Zeit erkennen und das alte System hinter sich lassen. Lobbyarbeit ist schön und gut, aber kann ich wirklich noch mit den Leuten mit denen ich beim Kaffeetrinken sitze effektiv „streiten“?  

    Wie kann es sein, dass bei QM Milch jetzt ein LEH Vertreter mit im Vorstand sitzt und in der Zukunftskommission mehr Sprecher der NGO´s vertreten sind als aus der Landwirtschaft? Wir sind systemrelevant und doch entscheiden andere über unsere Zukunft. Obwohl der deutsche Bauernpräsident 3 Jahre das Amt des Vorstandes der COPA innehatte, hat man es nicht geschafft Dinge wie die DÜVO, rote Gebiete, Green Deal, Farm to Fork, Mercosur usw. im Sinne der deutschen bzw. europäischen Landwirtschaft mitzugestalten. 

    Der DBV Vorstand besteht aus 5 Männern über 55 Jahren. Ist das noch zeitgemäß? Wie sollen sich hier die jungen Landwirtinnen und Landwirte wiederfinden? Sollte man nicht auch eimal über eine Frauenbeteiligung im Vorstand nachdenken? 

    Jetzt kann man sagen, man findet niemanden Neuen für diese Aufgaben.Das momentane Wahlsystem lässt es auch gar nicht zu, auf kurze Zeit frischen Wind in den Vorstand zu bringen. Die Hierarchie ist klar vorgegeben.

    Zudem sollte man sich vielleicht überlegen,ob weniger nicht manchmal mehr ist. Das Ehrenamt ist oft ein Vollzeitjob, welchen kein aktiver Landwirt so leicht nebenbei leisten kann. Sollte man hier nicht darüber nachdenken mehr zu zentralisieren und die Leute, die für unsere Landwirtschaft einstehen, dann auch gerecht zu entlohnen? 

    Unsere Gegner sind derzeit überall und um es auf den Punkt zu bringen, wir werden momentan vom Staat und seiner Industrie geopfert um weitere Exportmärkte zu erschließen, ideologische und praxisfremde Verordnungen gesellschaftsfähig zu machen und damit schlußendlich Wählerstimmen zu generieren. 

    Zehntausende Landwirte sind innerhalb eines Jahres auf die Straße gegangen um ihren Unmut und ihrer Existenzangst Ausdruck zu verleihen.  Ein weiter so, kann und darf es nicht geben! 

    Wir müssen es endlich schaffen mit einer starken Stimme aufzutreten, vor die Welle zu kommen, statt ständig hinterher zu laufen, dort die Reste aufzusammeln und uns dann davon faule Kompromisse zusammenzubasteln.  

    Das klare Ziel muß der Erhalt und eine Stärkung der regionalen Landwirtschaft mit all ihren Facetten sein! 

    Diese Meinung teilen u.a. Tobias Grundner Taufkirchen,  Christine Heiss  Bad Feilnbach,Andreas Lang Ruhpolding, Tobias Heiß Schnaitsee, Rupert Freiberger Obing, Johannes Wimmer Tüßling , Alexander Schneider Riedering

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