Update:

Es gibt nun die „Endgültige“ Rote Karte auf der Seite des Bayerischen Staatsminsterium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

Sie müssen nur unter „Ebenenauswahl“ auf der Seite das Auswahlfenster “ Nitratgefährdete Gebiete (AVDüV) den Hacken setzen, dann sehen sie ob sie in einen Roten Gebiet sind.

„Rote Gebiete” sind in Bayern nach der Ausführungsverordnung (AVDüV) zu §13 DüV Gebiete mit besonders hohen Nitratgehalten. In diesen Gebieten hat der Landwirt ab dem Vegetationsjahr 2019 für alle angebauten Kulturen jährlich für jede Kultur eine Bodenuntersuchung auf Stickstoff durchzuführen. Mit dem EUF-Düngebedarfswert aus dem Sommer 2018 bzw. Herbst 2018 ist keine zusätzliche N-Bodenuntersuchung im Frühjahr 2019 notwendig.

Als rotes Gebiete wird dabei eine Gemarkung ausgewiesen, wenn sie mit mehr als 50 % ihrer Fläche in einem Grundwasserkörper liegt, der gemäß der Einstufungssystematik der Grundwasserverordnung 2010 den Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter im ersten Grundwasserstockwerk überschreitet. Auf den in der roten Gebietskulisse liegenden Flächen müssen Landwirte folgende drei zusätzliche Auflagen beachten:

 
  • Für die Düngeplanung ist im Frühjahr eine verpflichtende Untersuchung der Ackerböden auf verfügbaren Stickstoff durchzuführen (z. B. Nmin-Untersuchung oder EUF-Untersuchung)

  • Wirtschaftsdünger die auf den entsprechenden Flächen ausgebracht werden sind verpflichtend auf Gesamt-N, Ammonium-N und Gesamt-Phosphat zu untersuchen

  • Auf ebenen Flächen ist bei der Düngung ein erweiterter Gewässerabstand von 5 m (anstatt 4 m) einzuhalten. Auf Flächen mit mehr als 10 % Hangneigung ist in roten Gebieten ein Abstand von 10 m (anstatt 5 m) einzuhalten.

 
Befreit von den drei zusätzlichen Maßnahmen sind Betriebe, solange sie einen Stickstoffsaldo im dreijährigen Mittel von 35 kg N/ ha LF nicht überschreiten. Betriebe die an ausgewählten Agrarumweltmaßnahmen zum Gewässerschutz teilnehmen, können ebenfalls für diese Flächen von den zusätzlichen Auflagen befreit werden. Der Bauernverband konnte erreichen, dass Kooperationen mit Wasserversorgern analog zu Agrarumweltmaßnahmen behandelt werden.
 

Weiße Gebiete

Anhand der Karte sind die Gebiete für die Umsetzung der AVDüV gemäß § 13 DüV in Bayern zu ersehen. Hier wird unterschieden zwischen roten, weißen und grünen Gebieten.

Für die weißen Gebiete gelten die normalen Anforderungen der DüV.

Für die grün gekennzeichneten Gebiete gelten gewisse Erleichterungen zur DüV (keine Aufzeichnungspflicht). Diese gelten jedoch nur für Betriebe mit 15 bis 30 ha landwirtschaftliche Fläche, sofern der Betrieb mindestens 80% seiner LF in einem grünen Gebiet hat und zudem weniger als 110 kg N pro Hektar ausbringt, max. 3 ha Sonderkulturen besitzt und keine Wirtschaftsdünger von Dritten aufnimmt.

Im Laufe des Februars 2019 beginnt mit Ablauf der jeweiligen Sperrfristen das neue Düngejahr. Mit Ausnahme weniger Vorschriften, für die eine Übergangsfrist festgelegt wurde (z. B. Ausbringtechnik), gelten damit alle Vorgaben der neuen Düngeverordnung.

Derzeit sind die Landwirte damit konfrontiert, vor der ersten Düngergabe für die Nährstoffe Stickstoff und Phosphat auf Acker- und Grünland eine Düngebedarfsermittlung durchzuführen und aufzuzeichnen. Diese Vorgabe gilt, sobald auf einem Schlag wesentliche Nährstoffmengen an Stickstoff oder Phosphat aufgebracht werden, für alle Landwirte, die

▪ 15 Hektar und mehr LF bewirtschaften oder

▪ mehr als 2 Hektar Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren anbauen oder

▪ mehr als 750 Kilogramm Stickstoff-Anfall aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft haben oder

▪ Wirtschaftsdünger aufnehmen.

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