Ein Kommentar von Elke Pelz-Thaller

Da ist sie nun wieder, die Diskussion über „muss nur noch schnell die Welt retten und dann flieg ich zu dir ….!“ so sang schon Tim Bendzko und landete einen Hit!

Einen besseren Titel für dieses #Volksbegehren könnte man wohl nicht finden, wenn man noch eine musikalische Begleitung als Untermalung für das „schnelle Kreuzchen mit Endorphinausschüttgarantie“ für die Säle aller Rathäuser suchen wollte.

„Rettet die Bienen“ ….. ein Titel mit psychologischer Selbstwertsteigerungsgarantie – zugegeben – eine Meisterleistung der Initiatoren!
Es erinnert an den Werbeslogan eines Pralinenherstellers, der mit dem Satz „….. wer kann dazu schon NEIN sagen?!“ endete.

Ja – auch wir „Bauern“ vom #Thallerhof sehen das so! Warum? Weil die Natur unser Arbeitsplatz ist und wir sie täglich beobachten, mit und ja, auch von ihr leben – diesen Satz darf man sich gerne zwei mal durchlesen.
Wie bescheuert wäre es, sich seinen eigenen Arbeitsplatz zu ruinieren oder zu vergiften? Wie blöd müssten wir sein, die Zukunft unseres Hofes aufs Spiel zu setzen, indem wir unseren Söhnen „tote Flächen“ übergeben würden, auf denen kein Insekt mehr fliegt, kein Vogel mehr zwitschert und die Gewässer aufgrund unserer täglichen Arbeit nur noch Giftbrühe führten?

Man könnte es vergleichen mit:
– Dem Arzt, der seine Patienten beim ersten Krankheitssymptom um die Ecke bringt ….
– Dem Politiker, der das Land, für das er sich verpflichtet hat, einem anderen Staat überlässt …..
– Der Friseurin, die bei jedem Kunden eine dauerhaft wirkende Enthaarungscreme auf das Haupt brächte …..

Ich könnte stundenlang diese Liste fortführen!

Beim Transfer auf andere Berufsgruppen dürfte auffallen, wie hanebüchen derlei Plakatierung daherkommt. Aber ich spinne diese Transformation noch weiter:

Bleiben wir beim Berufsbild des Arztes!
Er schwört einen Eid, um kranken Menschen zu helfen, das ist sein Beruf, das ist sein Ethos, das ist SEIN FACHWISSEN!
Kein fachfremder Mensch käme auf die Idee, ihm zu sagen, WIE er das zu tun hat! Ja – Gesundheit ist ein gesellschaftliches, individuelles hohes Gut – genauso, wie eine intakte Umwelt!

Genauso geht es derzeit vielen BayerischenLandwirten – Sie sind Fachkräfte auf ihrem Gebiet, sie sind der Kreisläufe der Natur verpflichtet und genau so, wie man viele medizinische Therapien von vor 30 Jahren heute als „menschenvernichtend“ aus dem Verkehr gezogen hat, ist es auch mit der Landwirtschaft! Pestizide von damals sind heute verboten, viele Vorgehensweisen sind längst, durch die gottlob immer diffizilere Forschung, Schnee von gestern und gerade in Bayern sind wir in Sachen Umweltschutz, gesellschaftsgewünschte, kleinbäuerliche Strukturen, ein Berufsstand mit Vorzeigecharakter!

Blühstreifen, freiwillige Maßnahmen ohne „gesetzliche Verordnung“ im Hinblick auf die Maht, Gewässerabstand beim Pflanzenschutz, die Zusammenarbeit mit Jägern bezüglich Rehkitze im hohen Gras, technische Entwicklung der eingesetzten Agrartechnik mit Cleanenergieleader, von der die stinknormale Autoindustrie derzeit nur träumen kann ….. liebe Mitbürger – ja, das ist der Großteil unseres Berufsstandes und soll ich Euch was sagen, ICH BIN STOLZ DARAUF!

Wir „Retten längst die Bienen …. und andere Insekten …. und pflegen unseren Grund und Boden nach besten FACHwissen und GEwissen – und sicherlich gibt es das Eine oder Andere, was wir noch besser machen können.

Dies aber setzt echte, wahrhafte Forschung voraus und kein Volksbegehren, welches den fachfremden Bürger schon alleine beim Lesen desselben überfordert.

Oder entscheiden wir zukünftig auch über Therapien, die Mediziner zum Einsatz bringen beim Volksbegehren „Rettet die Gesundheit aller Menschen“?

Sicher würde ich das auf den ersten Blick „unterstützen“, denn …… „wer kann dazu schon NEIN sagen“?!
Ich käme mir aber persönlich etwas „bigott“ vor, mir anzumaßen – es besser zu wissen, als die, die das mit einer fundierten Ausbildung, einem Studium oder sonstiges von der Pike auf gelernt haben. Und wenn mir etwas „fehlt“ und der Arzt mir zu einer Therapie rät, dann wird das auch nicht immer, ohne Unversehrtheit meines Körpers geschehen können – eben genau so, wie die Erzeugung von Nahrungsmittel, die schlichtweg gegen das Gefühl von Hunger das „Mittel der Wahl“ ist und immer sein wird!

Ich vertraue meinem Arzt, wenn ich dann mal einen brauche – so einmal in fünf Jahren – einen Landwirt braucht man in der Regel drei mal am Tag ….. hat bis jetzt doch relativ gut geklappt mit der „Versorgung“ ……

…. ach noch was …. Bienen freuen sich über blühende Gärten, Insekten freuen sich über unaufgeräumte Schuppen, wenig künstliches Licht, die Vögel freuen sich über eine Vielzahl an Nahrungsangebote auch in eurer Umgebung und weeeenig Flugverkehr ……

Ein Kreuzchen ist das Eine – wahre Insektenfreunde und -schützer machen im Kleinen, was wir schon längst täglich tun! (Siehe Fotogalerie)

„Retten wir also ALLE die Bienen 🐝 – nicht mit einem Kreuz – sondern mit echter Handlung ALLER BÜRGER“ – wer kann dazu schon NEIN sagen?!

Eure Elke Pelz-Thaller #DieMentalbäuerin“ 🐝🐝🐝

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