Rapsölkraftstoff – Die neu veröffentlichte BMEL-Richtlinie: ein guter Auftakt mit viel Ausbaupotenzial

    Ab 1. November können Betriebe der Landwirtschaft und des Gartenbaus neue Fördergelder beziehen. Der Fokus der jüngst veröffentlichten Richtlinie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft liegt dabei auf Investitionen, welche die Nutzung regenerativer Energien für den Eigenbedarf implizieren und damit die CO2-Emissionen reduzieren. Der BDOel e.V. begrüßt diese Initiative, sieht aber noch dringend erforderliche Ausbau- bzw. Erweiterungspotenziale.

    Die am 18. September 2020 beschlossene Richtlinie zur Förderung der Energieeffizienz und CO2-Einsparung in Landwirtschaft und Gartenbau dient vorrangig dem Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung. Unter anderem werden im Rahmen des Bundesprogramms Energieeffizienz Anlagen zur Herstellung von Rapsölkraftstoff subventioniert sowie entsprechend kompatible mobile Geräte und Maschinen. Dass die Substitution von fossilen Kraftstoffen u.a. durch Rapsölkraftstoff als sinnvolle Lösung anerkannt wird, ist aus Sicht des BDOel e.V. ausgesprochen lobenswert und ein wichtiger Schritt zur Einsparung von CO2-Emissionen.

    Allerdings beschränkt sich die Förderung auf die Anschaffung von Produktionsanlagen scheinbar für die ausschließliche Verarbeitung von Raps, einem Kreuzblütler, der nur alle 4 Jahre auf demselben Boden gesät werden darf. Eine Ausweitung dieser Reglementierung auf ebenso ergiebige Energiepflanzen wie Soja, Sonnenblumen und Leindotter wäre demnach sowohl für die Biodiversität als auch für die Wirtschaftlichkeit ausgesprochen sinnvoll. Insbesondere, da auch hier die Rückstände, also der Presskuchen, als Futtermittel oder gar für die Humanernährung zum Einsatz kommen können,- ein wesentlicher Beitrag zur Eiweißstrategie.

    Dass pflanzenöltaugliche Maschinen von nun an gefördert werden, sollte von der Landmaschinenbranche als motivierender Appell zur weitergehenden Entwicklung und zum aktiven Vertrieb wahrgenommen werden. Erst kürzlich hat das Technologie- und Förderzentrum Straubing zum wiederholten Mal bestärkt, dass Rapsöl seinem fossilen Konkurrenten Diesel hinsichtlich der Zuverlässigkeit in nichts nachsteht, in puncto Klimaschutz hingegen weit überlegen ist.

    Und dann gibt es natürlich noch das entscheidendste Kriterium: wenn die Rückerstattung der Energiesteuer auf Biokraftstoffe der 1. Generation nicht über das aktuelle Auslaufdatum, dem 31. Dezember 2020, um mindestens 10 Jahre verlängert wird, nützt kaum einem Landwirt die Investition in eine entsprechende Anlage oder mobile Maschine. Selbst mit der derzeit angesetzten CO2-Bepreisung wird ab Neujahr Pflanzenöl zunächst deutlich teurer sein als Agrardiesel, welcher im Übrigen weiterhin steuerlich begünstigt wird.

    Hierfür bedarf es aus Sicht des BDOel e.V. vor allem einer europaweit einheitlichen und zuverlässigen Regelung.

    Mehr wissenschaftlich fundierte Informationen zum Thema „Klimaschutz durch Rapsölkraftstoff“ finden Sie hier.

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