Die Kartoffel zählt bereits seit dem 18. Jahrhundert zu den wichtigsten Produkten der deutschen Landwirtschaft. Die lange Zeit übliche manuelle Ernte mit Spaten und Grabgabel war eine äußerst anstrengende Arbeit, die viele fleißige Hände erforderte. Die Einführung mechanischer Erntehilfen insbesondere im 20. Jahrhundert hat maßgeblich dazu beigetragen, die Arbeitsbelastung bei der Kartoffelernte deutlich zu verringern.

Moderne Kartoffelroder eignen sich nicht nur für den Einsatz auf den großen Anbauflächen von industriellen Agrarkonzernen, sondern auch für kleinere Felder, die mit Hilfe von Minitraktoren bearbeitet werden. Abhängig von der Größe des Kleintraktors, stehen verschiedene Modelle zur Verfügung.

Mindestens drei Vorteile 

Vor der Anschaffung eines Kartoffelroders sind jedoch zunächst einige wichtige Fragen zu klären. Diese betreffen sowohl die Leistung des bereits vorhandenen Traktors als auch die Arbeitsweise und die Zahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte.

Bei der Auswahl eines passenden Kartoffelroders spielt die PS-Zahl des Traktors eine entscheidende Rolle. Selbst für einfache Kartoffelroder, die an der Dreipunktaufhängung eines Minitraktors angekuppelt werden, ist eine Motorleistung von mindestens 12 PS notwendig. Ein solcher einreihiger Standardroder hebt mit seiner beidseitig gewölbten Schar den Boden unter den Kartoffeln an und leitet das Erdreich dann über spezielle Zinken ab. Auf diese Weise wird die Erde von den Knollen getrennt, so dass die Kartoffeln leicht eingesammelt werden können.

Schneller ernten mit einem Siebkettenroder

Minitraktoren, die über eine höhere Leistung verfügen, können statt mit einem einfachen Kartoffelroder auch mit einem Siebkettenroder kombiniert werden. Ein derartiger Roder arbeitet mit einem Grabmesser, das an der Front der Maschine angebracht ist. Die von dem Grabmesser aus dem Boden gehobenen Kartoffeln werden anschließend über eine Siebkette geleitet, auf der sich Erdanhaftungen von den Knollen lösen. Auf diese Weise vom Erdreich befreit, fallen die Kartoffeln wieder auf den Boden. Aufgrund dieses Arbeitsablaufs besteht keine Gefahr, dass das gelöste Erdreich die zuvor geernteten Kartoffeln wieder bedeckt. Kartoffelroder mit Siebkette und Heckauswurf haben deshalb gegenüber einfachen Rodern den Vorteil, dass mehrere Reihen der Erdäpfel unmittelbar hintereinander geerntet werden können. Um einem Qualitätsverlust vorzubeugen, sollten die Kartoffeln jedoch ohne großen Zeitverzug von einem Helfer sofort eingesammelt werden.

Kartoffelroder mit Schwingsieb und Seitenauswurf bieten weitere Erleichterungen

Eine weitere Arbeitserleichterung ermöglichen Kartoffelroder mit Schwingsieb und Seitenauswurf. Um eine solche Maschine betreiben zu können, ist jedoch eine Motorleistung von mindestens 25 PS notwendig. Ein solcher Roder ist an beiden Seiten mit einer runden Stahlscheibe ausgestattet, die neben dem verbliebenen Kartoffelkraut auch Unkraut entfernt. Die durch den Boden gezogene Schar hebt die Knollen an und befördert sie auf ein Schwingsieb. Hier werden sie mit Hilfe von Schüttel- und Rüttelbewegungen von anhaftendem Erdreich befreit. Anschließend werden die Kartoffeln unmittelbar neben der abgeernteten Reihe abgelegt.

Die Wahl eines geeigneten Kartoffelroders ist also in erster Linie eine Frage der zur Verfügung stehenden Leistung des Traktors. Je höher diese ist, desto höher der Grad der möglichen Ernte-Automatisierung. Während Mini-Traktoren mit weniger als 12 PS nicht für den Einsatz von Kartoffelrodern geeignet sind, können solche mit mehr als 25 Pferdestärken auch mit Maschinen gekoppelt werden, die neben einer erhebliche Arbeitserleichterung auch einen geringen Zeitaufwand versprechen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte hinterlassen sie einen Kommentar
Bitte geben sie ihren Namen an