Wir waren zu Besuch bei Stefan Heinrich und Thomas Stangl in Oberschneiding (Niederbayern). Die beiden entwickelten einen Prototyp einer Hackmaschine für Biorüben. Als Besonderheit ist das Hackgerät mit einer Einzelpflanzen-Erkennung mithilfe 4 Kameras und der selbst entwickelten Software ausgestattet. So können sie mit einem Rotor in jeder Reihe die Beikräuter auch zwischen den Reihen entfernen.

Mit den vier Kameras wird jede Reihe exakt abgetastet und so die Rotoren in der richtigen Geschwindigkeit angesteuert.

Der Schlepper benötigt kein RTK-Lenksystem. Das Hackgerät wird durch einen Umbau (Lenkventil) des Schleppers mitgelenkt, eine Vorbereitung von Tractor Implement Management (TIM) auf dem Traktor wäre von Vorteil.

Dieser Prototyp entstand in Rahmen der Promotion von Stefan Heinrich in ca. 1,5 Jahren.


Technische Daten des Hackgerät:

  • Arbeitsbreite 5,4 m (12 Reihen) bei 45 cm Reihenabstand, bis zu 18 Reihen möglich
  • Flächenleistung bis zu 1 ha/Stunde (bei schönen Rübenbestand)
  • Arbeitsgeschwindigkeit bis zu 2 Km/h
  • Einsetzbar ab Laubblattpaar deutlich Sichtbar (EC11) bis Beginn Bestandesschlusses (EC31)
  • Geringes Eigengewicht mit 1,5 Tonnen

Video des Hackgerät von Stefan Heinrich und Thomas Stangl im Einsatz:

Eine große Herausforderung im Biorübenanbau ist die Unkrautbekämpfung. Schon bei der Auswahl der Felder sollte man auf einen möglichst geringen Unkrautdruck achten. Zuckerrüben sind in ihrer Jugendentwicklung wenig konkurrenzfähig gegenüber Unkräutern.

Eine vernachlässigte Unkrautregulierung kann erhebliche Ertragsverluste zur Folge haben, bis hin zu einem vollständigen Verlust der Rüben.

Beim Hacken sollte der Boden relativ trocken sein. Ist er zu nass verschmiert der Boden, die Arbeitsgeräte verstopfen und die Unkräuter wachsen wieder an.

Bisher sind Hackgeräte, die in der Reihe hacken können, noch nicht praxistauglich. Damit ist Handarbeit nötig, je nach Unkrautdruck ist mit 80 bis 200 AKh/ha zu kalkulieren.

Mit dieser Hackmaschine von Stefan Heinrich und Thomas Stangl könnten die Hand-Arbeitsstunden um die Hälfte reduziert werden.

Nähere Infos bei Stefan Heinrich:

Planungsbüro Heinrich

Stefan Heinrich jun
Münchshöfenerstr. 15

94363 Oberschneiding

Email: info@heinrichstefan.eu

Das Projekt wurde durch EIP-Agri gefördert.

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