Methan ist ein 25mal stärker wirksameres klimaschädliches Gas als Kohlendioxid. Kühe bilden bei ihrer Verdauung auch Methan. Damit wurde die Kuh zum Klimakiller gestempelt. Also weg mit den Rindern. Und das Klima scheint gerettet. So wird es dem schlicht denkenden Konsumenten vermittelt.

Je einfacher Botschaft, desto mehr sollte man sie hinterfragen. Das lehrt uns die Geschichte.

Auf dem Sonnblick Observatorium wird seit Mai 2012 der Methan-Gehalt der Luft durch das Umweltbundesamt gemessen. Die Entwicklung des Methan-Gehaltes von Mai 2012 bis Dezember 2019 stellt sich wie folgt dar:

Der Trend für Methan ist eindeutig steigend, mit jahreszeitlichen Schwankungen.

Die Entwicklung der Rinderhaltung

Rinder, besonders Milchkühe und Mutterkühe, fressen Gras, Klee und Kräuter. Die Verdauung des Futters übernehmen die Bakterien im Pansen. Diese geben Methan ab. Das ist nun mal Tatsache.

Im Gegenzug liefern uns die Rinder hochwertiges Eiweiß in Form von Milch und Milchprodukten, sowie Fleisch für Menschen und Haustiere. Letzteres wird oft vergessen.

Nur mit den Wiederkäuern (Rinder, Schafe, Ziegen) haben wir Grünland und können es uns als Lebensraum und als CO2-Senke erhalten. Und wie es scheint, auch für die Methan-Reduktion während der Vegetationsperiode.

Der Rinderbestand gesamt hat in Österreich im Zeitraum 2012 bis 2019 um 30.252 Tiere abgenommen (minus 3,9%). Die Zahl der Mutterkühe hat um 55.380 Tiere abgenommen (minus 22,1%). Die Zahl der Milchkühe ist nur leicht gestiegen, um 3.121 Tiere (plus 0,6%). Letzteres ist auf leicht gestiegene Milchkuhzahlen in Tirol und Vorarlberg zurückzuführen.

Der Rinderbestand gesamt hat in der EU im Zeitraum 2012 bis 2019 um 703.270 Tiere leicht abgenommen (minus 0,8%). Die Zahl der Mutterkühe hat um 175.540 Tiere zugenommen (plus 1,5%). Die Zahl der Milchkühe ist gesunken, um 565.360 Tiere (minus 2,4%).

Zusammenfassend wird festgehalten:

Der Rinderbestand gesamt ist sowohl in Österreich als auch in der EU, im Zeitraum 2012 bis 2019 leicht gesunken.

Die Zahl der Milchkühe ist in Österreich im Zeitraum 2012 bis 2019 annähernd gleichgeblieben, in der EU hat die Zahl der Milchkühe leicht abgenommen.

Warum mehr Methan trotz weniger Kühe?

Der Methan-Gehalt in der Luft am Sonnblick Observatorium steigt seit Beginn der Messungen im Mai 2012 kontinuierlich an. Auch die Satellitenmessungen (ENVISAT, ESA; GOSAT, Japan) dokumentieren den kontinuierlichen Anstieg des Methan-Gehaltes in der Atmosphäre. Der Rinderbestand in der EU und auch in Österreich bleibt seit 2012 annähernd gleich, bzw. nimmt sehr leicht ab.

Die Europäische Weltraumbehörde ESA schreibt: Die größte wissenschaftliche Herausforderung besteht darin, sowohl den natürlichen als auch den anthropogenen Einfluss auf die atmosphärischen Gase zu identifizieren.

Offen bleibt damit die Frage, aus welchen Quellen das Methan für die jährlichen Steigerungen kommt. Die Rinder in Europa (und Österreich) können es in diesem Zeitraum aufgrund der annähernd gleichbleibenden Bestandszahlen kaum sein.

Methan und Treibhausgase und Wiederkäuer

In der EU haben Österreich und Irland die geringsten Treibhausgas Emissionen (CO2-Äquivalente pro kg Kuhmilch).

Außer Streit steht, dass die Rinder aufgrund ihrer Verdauung eine Grundlast an Methan liefern. Das Wiederkäuer-Methan hat lediglich 13% Anteil an der gesamten Methan-Emission. Methan gesamt ist mit 20% am „Strahlungsantrieb“ aller Treibhausgase beteiligt. Das Wiederkäuer-Methan ist mit 2,6% am „Strahlungsantrieb“ beteiligt.

Drei Kernaussagen lassen sich treffen:

  • Die Abqualifizierung Kuh = Klimakiller ist hochgradig falsch.
  • Der Kauf von Rindfleisch- und Milchprodukten aus Österreich trägt nicht zur Steigerung des Methan-Gehaltes bei.
  • Die Milchproduktion sichert uns das Grünland als Lebensraum und CO2-Senke.

Dieser Beitrag ist ein Kurzbericht. Zum vollen Verständnis lesen Sie bitte die Vollversion von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

Quelle: https://ooe.lko.at / Copyright Landwirtschaftskammer Oberösterreich

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