Mahnfeuer in Zorneding – 07.03.2020

    Samstag den 07.03.2020 luden für den Landkreis Ebersberg, Landwirte unter dem Motto von Landschafft Verbindung „Miteinander reden, statt übereinander“ zu einem Mahnfeuer nach Zorneding ein.

    Von Seiten Land schafft Verbindung gilt ein besonderer Dank den Veranstaltern, Landwirten Franz Rauch und Martin Höher (stellvertretender Kreisobmann BBV Ebersberg). Bei widrigem Wetter war es ungewiss, ob Gäste kommen.

    Überraschenderweise kamen die Gäste zahlreich. Geladene Politiker, Verbraucher und Landwirte, sowie vor und nachgelagerte Bereiche. Es waren rund 150 Menschen um die beiden Feuerschalen versammelt. So merkt man, dass auch die Sensibilität der Bevölkerung geweckt und die regionale Versorgung ein wichtiges Thema ist.

    Die Veranstalter eröffneten die Runde mit einer Begrüßung der anwesenden Politiker.
    Hier waren Zornedings Bürgermeister Piet Mayr nebst Gattin, Landrat Robert Niedergesäß,
    Landtagsabgeordneter Thomas Huber, Bundestagsabgeordneter Dr. Andreas Lenz und Europaabgeordnete Dr. Angelika Niebler anwesend.

    MahnfeuerZorneding Diskussion 1

    Des Weiteren wurden begrüßt, Franz Lenz Kreis Obmann BBV, vom ELF der Kreisvorsitzende Martin Lechner und der stellvertretende Vorsitzender Oberbayern Michael Hamburger, vom Land schafft Verbindung Orga Team München Josef Heiß aus Schnaitsee und Michael Schmid aus Hilgertshausen, vom Maschinenring Ebersberg Leonhard Pointner und Kreisbäuerin Barbara Kronester.

    Angeschnitten wurden viele Themen, aktuell noch die Düngeverordnung, mit der sich die Bauern immer wieder auch den Anfeindungen der Bürgerinnen und Bürger ausgesetzt sehen, keiner will, dass die Gülle ausgebracht wird und seltsamerweise weiß jeder wann ein Bauer seine Felder düngen darf und wann nicht.

    Hier geht es nicht nur darum, dass diese Verordnung geändert wird, sondern auch, wie Michael Schmid erzählte: Planungssicherheit! Er selbst baute vor 2 Jahren einen Stall, basierend auf der Verordnung von 2017 und nun soll die Verschärfung kommen. Da muss er den Tierbestand reduzieren und dadurch ist die Finanzierung des Stalls gefährdet. Wie kann die Politik hier die drohende Härte herausnehmen?

    Mir persönlich stellt sich immer die Frage, wie viel Leidenschaft, Durchhaltevermögen und Mut muss ich da in mir tragen, um solche Widrigkeiten im Beruf auf sich zu nehmen.
    Der Idealismus, muss beim Landwirt überwiegen, denn am Ertrag kann es nicht liegen.
    Weitere Themen die Angeschnitten wurden, waren das Klimaschutzpaket, das Mercosur Abkommen, die Anbindehaltung. Alles keine schönen Themen, doch sie müssen auf den Tisch und gesehen werden!

    Von politischer Seite wurde hier ungeschönt bejaht, dass es hier viel Handlungsbedarf gibt, aber auch darauf hingewiesen, dass Politik ein behäbiger Apparat sei, der Zeit braucht. Zeit, die die Landwirte mit der Düngeverordnung nicht mehr haben. Diese soll im April verabschiedet werden und wie dann den daraus resultierenden Problemen begegnen? Denn Lösungen gibt es derzeit noch keine.

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    Zum Thema Mercosur wurde die Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel angesprochen und ebenfalls die gleichen Produktionsvoraussetzungen. In anderen Ländern gibt es keine so hohen Standards und es sind sowohl Medikamente wie auch verschiedene Spritzmittel im Einsatz, welche bei uns in Deutschland in der Erzeugung schon lange verboten sind.
    Im Klimaschutzpaket wird von einer CO2 Bepreisung gesprochen, welche den Landwirten voll angerechnet wird, dass die grüne Branche jedoch die einzige ist welche auch CO2 binden kann wird außen vorgelassen und bis dato ist keine Rückvergütung geplant. Derweil auch die neue Düngeverordnung durch den Verminderten Humusaufbau aufgrund der Unterdüngung gerade die CO2 Bindung reduziert.

    Lauscht man den Landwirten bei diesen Themen, stellt man fest, es ist nichts bis in die letzte Konsequenz durchgedacht.

    Sterben die Landwirte aus, stirbt das Land.

    Doch solange die Feuer heiß und hell prasseln, wird weitergekämpft um den Erhalt der Höfe, der Familienbetriebe und der Kulturlandschaften.
    Und sie freuen sich in den Dialog zugehen und uns alle mitzunehmen in die Zukunft Ihrer Betriebe, die sehr stark an uns, den Verbrauchern der Lebensmittel hängt.

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