Angesichts der heute vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vorgestellten Zahlen zur diesjährigen Getreide- und Rapsernte sieht sich der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) in seiner Prognose bestätigt. „Die vom Bundesministerium ermittelten Mengen stimmen mit unserer Einschätzung überein, die Versorgung ist gesichert“, sagt DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler.

Gleichzeitig sorgt sich der Verband um die Zukunft des Qualitätsweizenanbaus in Deutschland. Auch wenn die Qualitäten der diesjährigen Getreideernte insgesamt nach Einschätzung des DRV durchschnittlich bis gut ausfallen, weisen sie wie in den Vorjahren eine große Heterogenität auf. Beim Weizen zeigen sich zudem tendenziell niedrigere Proteingehalte als 2019 ab. Der genossenschaftliche Getreidehandel blickt mit Sorge in die Zukunft und fragt sich, ob die Gehalte als Folge der unlängst verschärften Düngeverordnung weiter sinken werden. Dies würde den Qualitätsweizenanbau in Deutschland zusätzlich erschweren und die Chancen insbesondere auf dem Exportmarkt verringern.

Der DRV ist der Ansicht, dass im Düngerecht statt pauschaler Verbote verstärkt auf Effizienzsteigerungen durch den Einsatz modernster Technik wie zum Beispiel N-Sensoren gesetzt werden muss. So lässt sich nach Ansicht des Verbandes ein Kompromiss zwischen den Anforderungen an den Grundwasserschutz und dem Interesse der Landwirte, auf dem Gunststandort Deutschland Qualitätsweizen zu erzeugen, erzielen. Seedler: „Die Landwirtschaft muss mit den richtigen Werkzeugen ausgestattet sein, um auch in Zukunft die Versorgung mit gesunden und hochwertigen Lebensmitteln sicherstellen zu können. Dazu gehört modernste Technik, aber auch die Möglichkeit zur bedarfsgerechten Pflanzenernährung. Genossenschaften stehen Landwirtinnen und Landwirten gern als Berater und Dienstleister zur Seite.“

Die heute vorgelegten Zahlen bestätigen die Einschätzungen des DRV. Die Prognose des BMEL für den Raps liegt mit 3,5 Millionen Tonnen nur minimal über dem Ergebnis des DRV in Höhe von 3,4 Millionen Tonnen. Bei der Getreideernte geht das BMEL mit 42,9 Millionen Tonnen von der exakt gleichen Menge wie der DRV aus.

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