Landwirte demonstrieren vor dem Landesbund für Vogelschutz – Straubing


    Nachdem ein Dialog mit der Bundesumweltministerin, Svenja Schulze, sowie dem Staatssekretär des BMU, Jochen Flasbarth, in der Vergangenheit mehrfach scheiterte und am vergangen Dienstag Frau Schulze mit der Aussage: „Treiber der Verluste an Artenvielfalt ist die intensive Landwirtschaft – es gibt zu viel Dünger, zu viele Pestizide, auf den Wiesen und Weiden wird zu viel gedüngt und so viel gemäht, dass diese Flächen für die Natur immer wertloser werden!“ die Landwirtschaft wiederholt verunglimpfte und an den Pranger stellte, rief die Bewegung „Land schafft Verbindung“ heute, am Donnerstag, den 28.05.2020, zu bundesweiten Protestkundgebungen auf, mit dem Ziel des sofortigen Rücktritts von Svenja Schulze und Jochen Flasbarth.

    In Straubing protestierte man vor der niederbayerischen Bezirksgeschäftsstelle des Landesbundes für Vogelschutz mit zwei genehmigten Traktoren und knapp 50 Personen. Die Veranstaltung lief Corona konform ab. LSV Orga-Mitglied Alex Blendl begrüßte die versammelten Landwirte, die Presse sowie den Geschäftsstellenleiter des LBV, Herrn Dr. Christian Stierstorfer. Alex Blendl stellte sehr deutlich die zum Teil gute Zusammenarbeit der Landwirte mit dem LBV dar und zeigte gleichzeitig die Probleme der Landwirtschaft in Punkto Umwelt-, Vogel-, und Insektenschutz auf:

    Die Lichtverschmutzung, der Flug- und Straßenverkehr sowie der Ausbau des 5G-Netzes und der kontinuierliche Flächenfraß von 60 ha je Tag tragen intensiv zur Verringerung der Vögel- und Insektenpopulationen bei. Die wird vom NaBu sowie vom Umweltministerium verleugnet. Herr Dr. Stierstorfer verwies auf den Bericht über die „Lage der Natur“, der in der Bundespressekonferenz veröffentlicht wurde und das hier seiner Meinung nach die Landwirte die wissenschaftliche Basis, auf der dieser Bericht erstellt wurde, zu Unrecht anzweifeln. Einig war man sich im Punkt der Probleme, die für die regionalen Landwirte durch die Globalisierung sowie durch Abkommen wie Mercosur für die Landwirte entstehen.

    LSV Straubing 28.05 3 1

    Auch der geplante Süd-Ost-Link wurde von Herrn Stierstorfer erwähnt, dass dieser leider ohne Rücksicht auf Verluste sowie ohne Öffentlichkeitstermine errichtet wird. Der LBV ist für kleinstrukturierte Familienbetriebe. Das dies allerdings von Seiten des LBV sowie des Nabu in der Politik viel zu wenig herausgestellt wird und die (konventionellen) Landwirte keine Unterstützung von dieser Seite erhält, zeigte Lang Manfred von LSV auf. Er zeigte deutlich an Beispielen auf, dass Landwirte, die Blühflächen und Ähnliches für Bienen, Lerchen, Hasen und Kiebitze schaffen möchten, oft an der Bürokratie der Landwirtschafts- und der Umweltverwaltungen scheitern würden.

    Es wurde deutlichst aufgezeigt, dass das Artensterben stark an der Hygienisierung der Landschaft liegt: wo früher Misthaufen und „schmutzige“ Tümpel ausreichend Lebensraum und Nahrung für Insekten boten, verschwanden diese Dinge durch das über lange Zeit voranschreitende Bauernsterben und der Industrialisierung der Landschaft. Man bedenke: Ein Kuhfladen beinhaltet Nahrung für 400g Insekten. Nur ein Jahr nach dem „Bienenschutz“-Volksbegehren gibt es aktuell kein Saatgut für die Anlage von Bienenweiden auf einem Acker.

    Dafür wird das Recht auf Eigentum auf landwirtschaftlichen Ackerflächen kontinuierlich immer weiter eingeschränkt, aktuell durch die Vorschriften zu den Gewässerrandstreifen. Hier gingen die Meinungen mit Herrn Stierstorfer stark auseinander, er meinte, wenn Eigentum mit Verpflichtungen belegt wird, stellt dies keine beginnende Enteignung dar. Es stellte sich für den LsV auch die Frage, wo hier in dieser äußerst einseitigen Diskussion die Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner ist. Es kommt kein einziges Beispiel von dieser Seite, was in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren alles gemacht wurde, um der Umwelt zu helfen, z.B. Ökologische Vorrangflächen, Blühflächen, Winterbegrünungen usw.

    Die Liste wäre lang, aber die ehemalige Weinkönigin Klöckner beweist ihr Wissen durch die Aussage: „Bienen bestäuben Weizen und Rebstöcke“. Das der Weizen und die Rebstöcke die Bienen nicht benötigen, lernen viele Kinder schon in der Grundschule. Die wissenschaftliche Arbeit der Umweltministerin Schulze ist hier noch schlechter, sie handelt als verlängerter Arm ihres Staatssekretärs Flasbarth, der ehemaliger Vorsitzender des Naturschutzbundes ist. Das ein landwirtschaftlicher Betrieb, egal ob konventionell oder biologisch, wirtschaftliche sein muss, um langfristig systemrelevante Nahrungsmittel für die deutsche Bevölkerung herstellen zu können, interessiert das BMU, den Nabu und den LBV nicht.

    Auch das Geld, dass der Nabu als einer der größten Empfänger der Agrarsubventionen erhält, wird gerne genommen, um weitere nicht umsetzbare, ideologische Vorschriften für aktive Landwirte zu formulieren. Bei einem kurzen Ausblick zum Ammersee, wo das Bienenschutzvolksbegehren den größten Erfolg hatte, nur um kurz darauf durch ein neues Volksbegehren zum Einsatz von Insektiziden gegen die Mückenplage abgelöst zu werden, stimmte Herr Dr. Stierstorfer vom LBV mit den anwesenden Landwirten über den Irrsinn hierbei überein.

    Zum Abschluss stellten sich noch kurz Manuela Nagelmeier und Christoph Huber als bayerische Beiräte von LsV vor und betonten, wie verfahren die Situation ist, das ein Beruf, der vor kurzem als systemrelevant eingestuft wurde, jetzt auf die Straße gehen muss, um auf die komplett ideologischen, nicht auf wissenschaftlichen Fakten basierenden, Zukunftsaussichten der bayerischen Landwirtschaft hinzuweisen.

    Danke für die Bilder an den Landwirten vor Ort.

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