Kurz- und mittelfristig mehr Geld in der Tasche? Das geht!

    Mit dem Geld ist es immer so eine Sache: Wirklich zufrieden mit dem, was sie jetzt haben bzw. was aktuell reinkommt, dürften die wenigsten Landwirte sein. Allein schon, weil mehr Geld, selbst wenn man es aktuell nicht direkt benötigt, eine angenehme Form von Sicherheit schafft.

    Doch wie kann man auf kurze und lange Sicht mehr Geld machen, ohne dafür sein landwirtschaftliches Kerngeschäft auszuweiten? Fünf Denkanstöße liefert der folgende Artikel.

    1. Maschinelle Erlebnisse anbieten

    Für einen Landwirt mag der Schlepper strenggenommen nur ein lebensnotwendiges Arbeitsgerät sein. Allerdings sollte man nie vergessen, dass es sich hierbei für viele Menschen, die nicht in der Landwirtschaft, vielleicht nicht einmal auf dem Land beheimatet sind, häufig um etwas Faszinierendes, Emotionales handelt – und das gilt nicht nur für große Fahrzeuge wie den Claas Xerion mit Raupenketten, sondern für jede Form von Schlepper ungeachtet des Alters und der Größe.

    Nun leben wir in einer Zeit, in der vor allem das Netz nicht nur in vielen Menschen die Leidenschaft für ungewöhnliche Fahrzeuge weckt, sondern sie auch befriedigen hilft. Wer mag, kann mit demilitarisierten Panzern über ehemalige Truppenübungsplätze fahren, kann mit Monstertrucks Autos zermalmen oder mit Planierraupe, Bagger und Co. Erdmassen bewegen.

    Just das bietet sich auch für Landwirte an – die „Vermietung“ des Schleppers, damit andere damit zum Spaß fahren können. Ob man das auf eigene Faust aufzieht oder sich mit einem der „Erlebnis-Anbieter“ im Netz zusammentut, ist eine Detailfrage, die man für sich selbst klären muss. Dafür, dass der Schlepper in jedem Fall ohne größeren Verschleiß einfach nur über Privatgelände (wegen der meist mangelnden L-Fahrerlaubnis) gefahren wird, ist die monetäre Seite durchaus interessant – pro Viertelstunde kann man mit rund 15 Euro kalkulieren.

    1. Maschinentechnik beleihen

    Längst nicht alles, was auf dem Hof an Technik steht, wird das ganze Jahr über verwendet. Und so nötig das Gerät dann ist, wenn seine Saison kommt, so sehr sind Miststreuer, Mäher und Co. in der Zwischenzeit totes Kapital.

    Genau das ist auch in einer weiteren monetären Hinsicht ein großes Problem: Steht nun plötzlich eine dringende Ausgabe ins Haus, ist es:

    1. …oft nicht möglich, die Technik zeitnah zu veräußern – alle potenziellen Käufer brauchen sie ja derzeit ebenso wenig.
    2. … mittelfristig ein falsches Vorgehen. Denn auch wenn das Gerät jetzt nicht benötigt wird, kommt ja der Tag, an dem es das tut.

    Die Antwort auf diese beiden Problemstellungen ist ein vergleichsweise neues Prinzip, es nennt sich Cash & Drive. Dabei erhält man direkt Bargeld für ein landwirtschaftliches Fahrzeug und kann es aber prompt wieder mitnehmen und selbst nutzen, während man monatlich die Gebühren zurückzahlt – ungleich zum klassischen Prinzip, wo die Technik so lange eingelagert würde, bis man die Summe abbezahlt hat.

    Der Marktführer im Cash & Drive, die Pfando GmbH, bietet dieses Prinzip auch für eine große Bandbreite an landwirtschaftlicher Technik an – normalerweise kommen dafür eher „handelsübliche“ Autos, Motorräder usw. infrage. Dadurch wird das Prinzip nicht nur tauglich für aktuell ungenutzte Hoftechnik, sondern kann sogar mitten in der Saison dieser Gerätschaften genutzt werden.

    1. Setzlinge verkaufen

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    Alte Gemüsesorten entwickeln sich bei Deutschlands Hobbygärtnern immer mehr zum gefragten Gut. Wohl dem Landwirt, der den Trend mit Setzlingen bedienen kann.

    Deutschland gärtnert. Die großangelegte VuMA-Studie, einer der wichtigsten marktwirtschaftlichen Gradmesser, fand in ihrem neuesten Band heraus, dass mehr als die Hälfte der Befragten einen eigenen Garten haben. Insgesamt waren das 2019 rund 36,5 Millionen Menschen und damit gut die Hälfte aller Erwachsenen in der Republik.

    Für sehr viele davon ist der Garten mehr als nur Zier-Objekt. Wie ehedem wird er genutzt, um den heimischen Küchentisch um Eigenangebautes zu bereichern. Bloß: Warum sollte man das enorme Geschäft, das dahintersteht, den Garten- bzw. Heimwerkermärkten überlassen?

    An dieser Stelle kommt der moderne Landwirt ins Spiel. Nein, nicht als jemand, der Setzlinge von modernen Hochleistungs-Pflanzen an Privatkunden offeriert – die bekommen sie in den Märkten zu Genüge und nicht zuletzt der Bio-Trend hat diese modernen Sorten auch bei einigen in Verruf gebracht.

    Nein, alte Sorten, das ist der Weg. Dieses Feld wird derzeit weitgehend nur von kleinen Online-Shops bearbeitet und dort meist nur in Form von Saatgut. Ein Landwirt indes, der mit seiner Expertise nur wenige Quadratmeter nutzt, um Bamberger Hörnchen, Gelbe Beete und Ähnliche vorzuziehen, kann eine völlig neue Art von Kundschaft begeistern.

    1. Den großen Erklärer geben

    Das Internet hat in vielen Menschen enormen Wissensdurst geweckt. Doch wer nicht tief in dieser Szene drinsteckt, macht sich keine Vorstellungen darüber, welche eigentlich lapidar anmutenden Dinge für eine erhebliche Menge an Personen sehenswert sind:

    Zwei Beispiele von vielen, die verdeutlichen, wie einfach es sein kann, im Netz mit dem richtigen Inhalt gutes Geld zu machen – denn allein YouTube als Plattform zahlt ab einer gewissen Anzahl von Klicks und Abonnenten recht respektable Summen.

    Abermals kommt hier der Landwirt ins Spiel. Ja, es gibt schon einige, die darin brillieren. Aber jeder Landwirt ist anders, jeder Landwirt hat ganz eigene Erfahrungen, die er mitteilen kann.

    Erneut sollte man sich die gärtnernden Deutschen ins Gedächtnis rufen: Die Arbeiten eines Landwirts und eines Hobbygärtners mögen zwar weit auseinanderklaffen. Aber es gibt auch viele Schnittmengen. Ein nicht nur mit Sachverstand, sondern auch einer Prise Humor erklärender YouTube-Bauer kann sich fast gewiss sein, eine Fangemeinde aufbauen zu können.

    1. Alt-Technik ankaufen und sanieren

    Hätte Ende der 1950er, Anfang der 60er jemand gedacht, dass ein rostiger Vorkriegs-Lanz im Jahr 2020 den Gegenwert eines Neuwagens aufrufen würde? Höchstwahrscheinlich nicht. Mittlerweile allerdings sollte jeder Landwirt etwas schlauer sein.

    Dass Fahrzeuge, die irgendwann mal massengefertigte Gebrauchsgüter waren, zum gesuchten Sammlerobjekt werden, ist fast sicher – und zeigte sich in den jüngsten Jahrzehnten extrem imposant bei Einachsschleppern, die eine regelrechte Preisexplosion erfuhren.

    Doch nicht nur landwirtschaftliche Technik von gestern und heute kann morgen ein Klassiker sein. Das gilt auch für Kleingeräte zwischen Hacke, Handpflug und Co. Als Landwirt darf man davon ausgehen, dass alles, was bäuerlich benutzt wurde, das Potenzial hat, dereinst auf Flohmärkten und Co. teuer gehandelt zu werden.

    Eine Option ist es natürlich, bei solchen billigen Kleingeräten einfach anzukaufen, zu konservieren bzw. restaurieren und einzulagern –Käufer finden sich mit Sicherheit. Doch selbst wer diese geringen Ausgaben nicht tätigen möchte, sollte es sich wenigstens zur Maxime machen, nichts wegzuwerfen, selbst wenn es kaputt ist. Dazu sei ein weiterer YouTube-Channel erwähnt – ein französischer Winzer, der in seiner Freizeit teils vollkommen verrottete Werkzeuge aufarbeitet, damit nicht nur Zuschauer begeistert, sondern wahrscheinlich beim Verkauf der Geräte einen guten Schnitt macht.