Rübentransport gut vernetzt – „Field 2 Factory“ am Start / Das neue Blattlausmonitoring als Beitrag für eine nachhaltige Blattlauskontrolle / Mit Blühstreifen in Zuckerrüben zu gesunden Pflanzenbeständen?

Landwirtschaft, Abfuhrorganisationen und Pfeifer & Langen haben in enger Zusammenarbeit mit allen an der Logistik beteiligten Gewerken das Logistikportal „Field 2 Factory“ neu entwickelt. Das neue System erfüllt die Anforderungen, die die Logistikunternehmen und Landwirte an das Projekt gestellt haben. „Field 2 Factory“ vernetzt die gesamte Kette und ist somit einfach, transparent und einheitlich. Den Landwirten stehen alle Informationen, die mit der Logistik im Rübenanbau verbunden sind, aus einer Hand zur Verfügung.

Damit das System einwandfrei funktioniert, arbeiten alle Beteiligten eng zusammen. Als Basis für die spätere Ernte- und Transportorganisation erfassen Abfuhrunternehmen und Landwirt gemeinsam die Rübenschläge und legen die Position der Rübenmiete fest. Der Wunschabholtermin wird auch schon erfasst. Ebenso können mögliche An- und Abfuhrwege eingezeichnet und damit Vorschläge zur Optimierung der Rübenabfuhr im Feld gemacht werden. Abfuhrgruppen und Mietenpfleger arbeiten künftig mit einem System aus einer Hand. Auch ein überbetrieblicher Rodereinsatz lässt jetzt besser planen und auf die Abfuhrtermine abstimmen.

Der Landwirt erhält in „Field 2 Factory“ eine kompakte Übersicht zu den geplanten Lieferterminen, die zudem laufend aktualisiert wird. Das erleichtert ihm pflanzenbauliche Entscheidungen zu treffen, ob etwa eine späte Fungizidmaßnahme oder eine Bewässerung noch ökonomisch sinnvoll sind oder nicht. Da auch alle Lieferdaten in „Field 2 Factory“ zusammenlaufen, findet der Landwirt eine exakte Auswertung seiner Ertragsdaten für jeden Schlag und jede Miete.

Die Einführung in den drei rheinischen Werken sowie in Lage erfolgt zur Kampagne 2020. In Könnern ist „Field 2 Factory“ bereits seit der Kampagne 2019 im Einsatz.

Blattlaussituation 2020 – Monitoring als Beitrag für eine nachhaltige Blattlauskontrolle

Das Verbot der neonicotinoiden Beizen Ende 2018 führt dazu, dass Landwirte sich wieder mit der flächigen Applikation von Insektiziden zur Bekämpfung der Blattläuse auseinandersetzen müssen. Höhere Kosten und zusätzliche Überfahrten sind die Folge. Hinzu kommt die große Sorge vor ertragsmindernden Effekten durch das eventuelle Auftreten der Virösen Vergilbung im Feld. In einem öffentlich geförderten Projekt haben der Rheinische Rübenbauer-Verband (RRV), der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer und Pfeifer & Langen deshalb bereits 2019 gemeinsam ein Blattlaus-Monitoring und eine Insektizid-Strategie entwickelt. Ziel des Projektes ist es, den Landwirt in der Bekämpfung der Blattläuse nach den Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes zu unterstützen.

Um die notwendige Datengrundlage zu schaffen, besteht das Monitoring aus mehreren Teilprojekten, die über das Jahr durchgeführt werden. Als erstes wird die Ausgangssituation eines möglichen Befalls ermittelt. Hierzu werden die Winterwirte der Läuse von Vertretern des Pflanzenschutzdienstes bereits ab Januar und Februar wöchentlich auf Eiablage sowie Schlupf- und Abflugverhalten kontrolliert. Ab Mitte April beginnt dann die Hauptarbeit des Monitorings. Innerhalb von acht Wochen führen Mitarbeiter des Verbandes, des amtlichen Dienstes und von Pfeifer & Langen sowie Landwirte an zwölf Terminen Bonituren auf insgesamt 75 Flächen mit je vier bis fünf Einzelplots durch.

Die Ergebnisse der Befallssituation werden zeitnah über die gängigen Kanäle wie Homepage, E-Mail Service, Newsletter und WhatsApp-Nachrichten verbreitet. Alle Daten stehen dem Landwirt digital in tabellarischer und grafischer Form auf liz-online.de jederzeit zur Verfügung. Hierdurch spart der Landwirt Zeit und Arbeit, da eigenständige Kontrollen erst beim Auftreten der Läuse in seiner Region nötig sind.

Zudem ermöglichen ihm die aufbereiteten Informationen, eine termingerechte Schädlingsbekämpfung durchzuführen sowie unnötige Insektizidapplikationen zu vermeiden. Eine Bekämpfung wird als letzter Schritt dann empfohlen, wenn der Bekämpfungsrichtwert überschritten ist. Dazu hat Pfeifer & Langen gemeinsam mit den Partnern eine Insektizid-Strategie erstellt, die Nützlinge schont und durch den Wirkstoffwechsel dazu beiträgt, einen raschen Resistenzaufbau zu verlangsamen oder zu unterbinden.

Damit Berater und Landwirte die kleinen Blattläuse im Zuckerrübenfeld erkennen können, stehen zum Beispiel Broschüren wie „Blattläuse und ihre Feinde“ mit aussagekräftigen Fotos zur Verfügung. Denn eine erfolgreiche Blattlausregulation kann nur dann erfolgen, wenn der Landwirt die Läuse korrekt ansprechen und den Befallsbeginn in seinem Zuckerrübenfeld festlegen kann. Dies ist die Voraussetzung für eine gezielte und erfolgreiche Behandlung unter Schonung der Umwelt.

Blühstreifen in Zuckerrüben: Was bringt‘s? – Neue Ansätze für gesunde Pflanzenbestände

Vor dem Hintergrund der öffentlich kritischen Diskussion um Pflanzenschutz werden alternative Ansätze der Schädlingsbekämpfung für die Landwirtschaft zunehmend wichtiger.

Die Landwirtschaftskammer NRW und Pfeifer & Langen haben sich gefragt, inwieweit speziell designte Blühstreifen dafür genutzt werden können, um Zuckerrüben auf natürliche Weise gesund zu erhalten. Hierzu wurde im Herbst 2019 an einem Rübenfeld im Raum Euskirchen ein spezieller Blühstreifen ausgesät. Dieser Streifen und das Zuckerrübenfeld wurden in der darauffolgenden Anbauperiode auf Herz und Nieren getestet. Dabei wurde untersucht, welche Insekten sich bevorzugt in einem solchen Blühstreifen aufhalten und ob diese spürbar zu einer Bekämpfung der Blattläuse im Feld beitragen. Des Weiteren erfolgten auf dem Zuckerrübenschlag unterschiedliche Behandlungen mit und ohne Insektizide, deren Wirkung unter besonderer Rücksichtnahme auf Nützlingspopulationen untersucht wurden.

Erste Ergebnisse zeigen, dass in direkter Nähe des Blühstreifens kaum Läuse festzustellen waren. Es scheint, dass vor allem der Marienkäfer hier als Helfer gewirkt hat. Mit dem Thema der biologischen Schädlingsbekämpfung stehen wir erst am Anfang. Die ersten Ergebnisse machen aber Mut an praxistauglichen Lösungen weiter zu arbeiten und im kommenden Jahr neue Varianten auszuprobieren.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.