Hanf-Ernte in Oberbayern mit einem CLAAS LEXION Mähdrescher

    Wir durften Ralf vom Biohof Huber in Allershausen bei der Körnerhanf-Ernte begleiten.

    Auf dem Betrieb mit 180 Hektar Ackerfläche wird seit Anfang der 90er Jahre nach den Regeln für ökologische Landwirtschaft gearbeitet.

    Nutzhanf oder Industriehanf umfasst alle Sorten des Hanfs (Gattung Cannabis), die zur kommerziellen Nutzung angebaut werden – abseits von seiner Verwendung als Rauschmittel oder Arzneimittel. Der Körnerhanf enthält bis zu 20 bis 24 % Proteine und viele Vitamine, er enthält kein THC.

    Ralf Huber erntet den Hanf mit seinem CLAAS LEXION 520 Mähdrescher, dieser hat eine Motorleistung von 230 PS. Als Schneidwerk wird ein Vario Schneidwerk mit 6m Arbeitsbreite für die Hanf Ernte verwendet.

    Ralf erklärt in dem Video die wichtigsten Fakten die man für den Hanfanbau / Hanfernte wissen sollte.

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    Obwohl der Hanf einige Probleme machen kann, hat er dafür keinerlei Umbauten an seinem Mähdrescher vorgenommen.

    Der Hanf ist extrem wickelanfällig, dadurch kann die Hanffaser die Lager des Mähdreschers beschädigen. Das muss dem Landwirt bewusst sein, der ohne Umbauten dreschen will.

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    Die Trockenheit war leider ein Problem auf dem Feld, deshalb war der Hanf nicht so groß bzw. hoch wie er in normalen Jahren sonst wird. Durch die sehr unterschiedlichen Wuchshöhen war es nicht ganz so einfach den Hanf zu Dreschen.

    Video – Hanf Ernte mit einem CLAAS LEXION 520 Mähdrescher

    Die Hanfkörner sind 3 bis 4 Millimeter groß, von brauner bis grüngrauer Farbe und weisen ein Tausendkornmasse von 15 bis 20 Gramm auf.

    Ralf verkauft den Körnerhanf an Matthias Coufal von Hans Brainfood, diese verarbeiten die Hanfkörner zu Hanfriegel.

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    Anbauhinweise Körnerhanf

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    • Unter Süddeutschen Anbaubedingungen wird die Körnerreife erreicht, frühreife Sorten mit einer Vegetationsperiode von 100 bis 120 Tagen erfüllen diese Bedingung problemlos
    • je höher die Pflanze, umso mehr Biomasse/faseriges Material muss durch den Mähdrescher, dies führt zu Limitierung der Druschleistung
    • Saatstärke: 5 bis 30 kg/ha oder 80 bis 100 keimfähige Körner pro m2; je höher die Aussaatmenge, umso schneller die Unkrautunterdrückung
    • Reihenweite: 25 bis 45 cm; bei Reihenabständen > 30 cm wird, aufgrund des späten Reihenschlusses, eine mechanische Unkrautregulierungsmaßnahme mit der Hacke empfohlen; insbesondere bei kleinwüchsigen Sorten
    • Saattiefe: 3 bis 4 cm; zu tiefe Ablage führt zu lückigem Feldaufgang, bei zu seichter Ablage besteht die Gefahr von Vogelfraß oder der Austrocknung des Saatkorns
    • Aussaat: etwa ab Mitte April bei einer Bodentemperatur von 5 bis 10 °C; Hanfkeimling ist bis zum Fünfblattstadium gegenüber Temperaturen von weniger als -5 °C empfindlich
    • Technik: Getreidedrille, nur jede zweite Säeinheit offen; Einzelkorn, nicht bei kleinkörnigen Sorten mit einem TKM (TKM = Tausendkornmasse) < 12 g oder einem hohen Fremdbesatz
    • bei richtiger Bestandsführung sind beim Körnerhanf keine chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen erforderlich
    • für Nutzhanf sind in Deutschland bisher keine Pflanzenschutzmittel zugelassen
    • hinsichtlich der Unkrautregulierung ist es wichtig, dass dem Hanf durch eine optimale Aussaat günstige Startbedingungen für eine rasche Jugendentwicklung bereitgestellt werden
    • Düngeform und Düngezeitpunkt: Mineraldüngung kann vor, zur oder nach der Aussaat erfolgen; organische Düngung sollte im Frühjahr vor Aussaat stattfinden
    • Stickstoffbedarfswert: 160 kg/ha für Hanf als Faserpflanze, für Nutzungsrichtung Körner liegen bisher keine gesonderter Bedarfswert vor
    • Erntefreigabe: unter normalen Wachstumsbedingungen ist Nutzhanf bis mindestens 10 Tage nach dem Ende der Blüte weiterzupflegen und darf erst beerntet werden, wenn Freigabeschein von BLE erhalten wurde oder die Kontrolle durchgeführt wurde
    • Druschtermin: ab Samenreife, erkennbar am „Rascheln“ der Samen in der Samenhülle, Stängel noch grün, entspricht einer Samenreife von ca. 70 %
    • Technik:
      Mähdrescher: hier können zu hohe Wuchshöhen allerdings zu Problemen bei der Ernte führen, Schüttler besser als Rotordrescher, Hybridmähdrescher bedingt geeignet
      modifizierter Mähdrescher: ähnlich Rapsschneidwerk verlängerter Tisch, hohe Schnitthöhe beim Schneidwerk, größerer Durchmesser Dreschtrommel

    Bilder Galerie – Hanf Ernte mit einem CLAAS LEXION 520 Mähdrescher: