FREIE BAUERN fordern Entflechtung der Monopole im Lebensmitteleinzelhandel

    Die FREIEN BAUERN, Interessenorganisation der bäuerlichen Familienbetriebe, haben sich mit den vor den Zentrallägern des Lebensmitteleinzelhandels protestierenden Bauern solidarisiert. „Die Absichtserklärungen der Konzerne, eine heimische Landwirtschaft erhalten zu wollen, bei gleichzeitig knallhartem Preisdruck im Einkauf sind an Verlogenheit nicht zu überbieten“, sagte der Bundessprecher der FREIEN BAUERN Alfons Josef Wolff und appellierte an die Politik, endlich offen über wettbewerbsrechtliche Schritte nachzudenken: „Unser Hauptproblem besteht doch darin, dass fünf riesige Supermarktketten die Nachfrage in Deutschland kontrollieren. Für einen funktionierenden Wettbewerb bräuchten wir mindestens fünfzig.“Dass ALDI in der aktuell extrem schwierigen Lage der Milchviehhalter versucht, die Einkaufspreise für Butter noch weiter zu senken, sei nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, argumentiert der 60jährige Landwirt aus Hohenthurm in Sachsen-Anhalt. Wolff: „Die Bundesregierung verteuert mit immer neuen Gesetzen die Produktion hierzulande, sie öffnet die Grenzen für billige Agrarprodukte aus Übersee und sie schaut tatenlos zu, wie monopolartige Strukturen in Verarbeitung und Handel uns Bauern ausbeuten und um die Früchte unserer Arbeit bringen. Diese Politik ist verantwortungslos und sie ist auch nicht im Sinne der Versorgungssicherheit und der Verbraucher!“Als Sofortmaßnahmen verlangen die FREIEN BAUERN eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf allen Lebensmittelverpackungen, Verordnungen über faire Lieferverträge für Milch und Schlachtvieh sowie die Abschaffung der nutzlosen Zertifizierungssysteme QM und QS. Zeitgleich müsse mit den Vorbereitungen für ein Gesetz zur Wiederherstellung des Wettbewerbs im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft begonnen werden, wünscht sich Wolff: „Die derzeitigen monopolartigen Strukturen entsprechen nicht den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft, erst ihre Entflechtung in Unternehmen mit unterschiedlichen Eigentümern kann den Weg zu einem gesunden volkswirtschaftlichen Ausgleich ebnen.“

    Bildquelle: Landwirte

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