Die Stoppelbearbeitung dient neben der Einarbeitung von Ernterückständen dazu, Ausfallgetreide und Unkrautsamen nach der Ernte möglichst rasch und vollständig zum Auflaufen zu bringen. Eine flache Einmischung der Ausfallsamen (Getreide, Raps und Unkraut) in die obere Bodenschicht (ca. 5 cm) mit kombinierter Rückverfestigung bildet ideale Bedingungen für ein schnelles Keimen. Zudem bewirkt ein erster Bearbeitungsdurchgang das Brechen der Kapillarität und verhindert damit ein schnelles Austrocknen des Bodens. 

Die mechanische Unkrautbekämpfung gewinnt wieder an Bedeutung, da der chemische Pflanzenschutz in der Öffentlichkeit immer stärker kritisiert wird. Durch eine mehrmalige Bearbeitung kann der Landwirt mehrere Auflaufwellen erzeugen und so den Unkrautdruck mechanisch regulieren – eine nachhaltige Lösung.

Die  Bearbeitung von Getreidestoppeln sollte möglichst bald nach der Ernte erfolgen. Besonders bei nachlassender Bodenfeuchte ist eine angepasste Rückverfestigung des Keimhorizontes wichtig, um eine rasche Keimung anzuregen. Damit die Ausfallsamen nicht in der Keimruhe verharren, darf nicht zu tief gearbeitet werden, etwa 5 cm sind empfehlenswert. Nach der ersten flachen Stoppelbearbeitung kann dann tiefer gearbeitet werden. Erst beim zweiten Arbeitsgang soll die Beseitigung von Verdichtungen wie Mähdrescherfahrspuren oder Fahrgassen im Vordergrund stehen.

SYNKRO 6030 T mit TEGOSEM Zwischenfrucht-Säaggregat

Bei der  Stoppelbearbeitung nach Raps dürfen die Ausfallsamen nicht vergraben werden, weil sie sonst in den Folgejahren kontinuierlich auflaufen und die Kulturführung erschweren.  Daher sollte man auf eine flache erste Stoppelbearbeitung achten (3 – 4 cm). Bei feuchter und wechselhafter Witterung keimen die meisten Rapssamen innerhalb von zehn Tagen nach der Ernte, sodass eine erste Stoppelbearbeitung erfolgen kann. Auch wenn der Ausfallraps ohne Stoppelbearbeitung keimt, ist ein Bearbeitungsschritt für das Auflaufen von Unkrautsamen wichtig. Zudem wird der Vermehrungszyklus für die Krankheit Kohlhernie unterbrochen. 

Technik zur Stoppelbearbeitung

Für die effiziente Stoppelbearbeitung bieten sich Geräte mit Scheiben- oder mit Zinkenwerkzeugen an. Rollende Werkzeuge einer Kurzscheibenegge haben den Vorteil, dass sie leichtzügig sind, Ernterückstände zerschneiden und nicht verstopfen. Neben einem geringen Verschleiß zeichnet sich die Kurzscheibenegge gegenüber dem Grubber durch eine höhere Flächenleistung und einen geringeren Treibstoffverbrauch aus. Neben diesen Eigenschaften bieten die TERRADISC Kurzscheibeneggen von PÖTTINGER bestes Einzugsverhalten und ein perfektes Arbeitsergebnis.

Die TERRADISC bei der Stoppelbearbeitung

Aber auch moderne Grubber eignen sich gut  für die Stoppelbearbeitung. Als universelles Bodenbearbeitungsgerät dient der Flügelschargrubber der ersten flachen Stoppelbearbeitung  mittels ganzflächigem Durchschneiden. In einem weiteren Arbeitsgang mit abgenommenen Flügel dient der Grubber aber auch zur krumentiefen Lockerung. Dabei werden sogar Wurzelunkräuter, wie Quecke, Distel oder Ampfer effektiv bekämpft. Mit dem SYNKRO Grubber bietet PÖTTINGER eine Maschine mit hoher Einsatzflexibilität, intensiver Durchmischung und ausgezeichneter Rückverfestigung.

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