Ein Jahr danach – Berlin 26.11.2019 die größte Land schafft Verbindung Demonstration

    Genau heute vor einem Jahr am 26. November 2019 kam es zu der größten Protestkundgebung von Land schafft Verbindung in Deutschland!

    BERLIN – 26.11.2019

    Berlin 26.11.2019, dieser Tag, wir bekommen immer noch eine Gänsehaut wenn wir an diesen Tag denken. Aus der ganzen Bundesrepublik kamen über 8600 Schlepper und 40000 Landwirte (laut Polizei) in die Bundeshauptstadt. Manche Schlepperfahrer hatten 2 Tage Anreise, den Landwirten muss man heute noch RESPEKT zeigen! Was für eine Leistung.

    Wir von Moderner Landwirt reisten am Vortag nach Berlin, und schon die Nacht von Montag auf Dienstag war grandios.

    Es gab keinen Ort in ganz Berlin an dem man in dieser Nacht nicht Sirenen oder die Hupen von ankommenden Schleppern hörte.

    Eine der ersten Gruppen die Berlin erreichte waren der LSV aus Friesland, wir waren glücklicherweise gerade vor Ort.

    Hier ein Video vom 25.11.2019:

    26.11.2020 – Der beste Tag von Land schafft Verbindung

    Rund um die Siegessäule wurde es eng, an diesem Tag war hier der „größte Parkplatz“ Deutschlands.

    Auf rund 6 km Länge parkten Traktoren, Lastwagen und Begleitfahrzeuge.

    Die Berliner Polizei musste sehr kreativ, bei der Einweisung der Schleppern werden. Es wurden nicht so viele Teilnehmer erwartet. Leider wurde die Einfahrt ab 9.30 Uhr, für die meisten Teilnehmer schwierig, da alle Straßen rundum schon zum Parkplatz wurden und der Verkehr teils zum erliegen kam.

    Die Atmosphäre und der Zusammenhalt waren gigantisch, am besten einfach nochmal das Video dazu wirken lassen:

    Aber bei den Reden wurde nicht nur uns schnell klar, das diese Gespräche nicht den richtigen Kurs einschlagen.

    Als Umweltministerin Frau Schulze ihre Rede begann, begann auch das Schweigen. Ungewöhnlich leise für eine Demo war es bei Ihrer Rede. Manche Landwirte drehten sich weg. Als Frau Schulze aber erwähnte das jeder Bürger mitbestimmen darf in der Landwirtschaft, da auch jeder Bürger 114 € dafür bezahlte, platze vielen der Kragen.

    Als die Landwirte Ihr dann konkrete Fragen stellten, reagierte Sie unerwartet darauf. Überstürzt verlies sie die Bühne, da war Frau Schulze einfach hoffnungslos überfordert mit den fachlichen Fragen und Argumenten der Landwirte.

    Auch die Bevölkerung hat positiv reagiert und war sehr interessiert. Einige Kindergärten waren vor Ort und haben sich die Traktoren zeigen und sich das Anliegen erklären lassen. Hier noch mal an ALLE BAUERN ein dickes fettes Lob für eure Geduld und die geleistete Aufklärung !


    Und jetzt ein Jahr später ? Was hat sich seitdem getan ?

    Etwas aus der Ferne betrachtet, kann der Anschein entstehen, als wenn sich die Landwirtschaft und die Gesellschaft sehr weit voneinander entfernt haben.

    Augenscheinlich sind die Zielkonflikte zwischen den Wünschen der Gesellschaft nach höheren Standards der landwirtschaftlichen Produktion und den wünschen der Lebensmittelindustrie nach immer günstigere Rohstoffen das Hauptproblem. Auf der einen Seite soll der Landwirt mit den besten und höchsten Standards produzieren aber zu Dumpingpreisen.

    Diese Wünsche wirken sich massiv auf die Landwirtschaft aus. Die Bauern sind einem Konflikt ausgesetzt bei dem die Politik handeln muss!

    Es braucht dringend eine Initiative, die aus Bauern und Gesellschaft wieder eins macht. Dazu kann nicht, sondern muss auch der LEH mit der Marktpreislage mithelfen.

    Folgende Ansätze sind dringend nötig:

    • Natur- und Tierschutzverbände müssen konstruktiv mitmachen bei Stall-Planungen (Ideen nicht nur Kritik)
    • keine Diskriminierungen gegen einen ganzen Berufsstand
    • Faire Preise und kein Preisdumping
    • Herkunftsnachweise nicht nur den „Nutri-Score
    • Ob Vegetarier, Flexitarier, Frutarier, Veganer oder Allesfresser wir sind alles Menschen und können koexistieren
    • usw.

    Diese Konflikte gibt es zu lösen! Das würden wir auch schaffen, aber nur alle zusammen. Die kommende Zeit wird es zeigen, ob es nur Sturschädel gibt oder ein „wir schaffen das“.

    Ein Jahr ist es jetz schon her, aber unser Engagement darf nicht nachlassen!

    Rafft euch auf, werdet aktiv!
    Jeder muss etwas dafür tun um die bäuerliche Landwirtschaft zu erhalten, egal ob Austragler, Betriebsleiter, Jungspund oder auch Sympatisant der Landwirtschaft!

    Es werden uns noch viele, teils widersinnige Steine in den Weg gelegt und die Zeche dafür zahlen wir alleine! Jeder wird betroffen sein, egal ob im südlichsten Allgäu oder Nördlichsten Küstengebiet!

    Rote (Nitrat) und gelbe (Phosphat) Gebiete, sowie Drainagenkataster, Green Deal und Freihandelsabkommen werden die Hoflichter immer Dunkler werden lassen.

    Ihr müsst aufstehen, so wie wir in Berlin vor einem Jahr aufgestanden sind!

    Bildergalerie – Berlin 26.11.2019

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