Die Krise geht uns alle an – Lasst uns zusammen stehen!

    Ein Gastbeitrag von Anne Niggeloh

    Die Lage ist ernst- sehr ernst.

    Viele Landwirte wissen nicht mehr, wie es weiter gehen soll.

    Ich selbst bin Beraterin auf Schweinehaltenden Betrieben und möchte euch mit diesem Text erklären, was gerade passiert. Durch Corona schließen immer mehr Schlachthöfe oder dürfen nur deutlich weniger schlachten. Bis Weihnachten (so gehen Spezialisten davon aus) werden wahrscheinlich bis zu 1.000.000 Mastschweine geschoben- Tiere die geschlachtet hätten sein sollen, es aber nicht sind.

    Diese Mastschweine bleiben also im Stall, fressen weiter, wachsen weiter, und der Platz ist belegt. Außerdem haben sie immer weniger Platz je größer sie werden. Es kommt also ein Tierschutz-Problem hinzu. Gleichzeitig sind die Sauen tragend, es werden laufend neue Ferkel geboren, aber die anderen Ferkel besetzen noch den Stall weil der Mäster ja auch noch den Stall mit den großen Schweinen besetzt hat. Gleichzeitig ist der Preis für Schweine komplett am Boden.

    Der Landwirt muss noch Geld mitbringen um seine Tiere zu versorgen, von den Erlösen über den Verkauf können die Kosten und auch die Kredite nicht bezahlt werden. Finanzielle Sorgen und Sorgen um die Tiere bestimmen den Alltag. Diese Sorgen machen sich in der ganzen Familie breit. Es geht für die Familien um ihre Existenz, um das erschaffene über Generationen, um das Gefühl, versagt zu haben,…

    Zu den Problemen auf dem Betrieb kommen durch diese Ängste oft Familiäre Streitigkeiten. Der Druck wächst von Tag zu Tag. Ich mache mir große Sorgen um die Schweinehalter in unserem Land und ihre Familien. Ich versuche für sie da zu sein, mittlerweile oft nicht mehr als Beraterin für den Schweinebereich, mittlerweile viel öfter als Zuhörerin für ihre Gedanken und Ängste. Ich mache mir aber auch Sorgen um unser Land, unsere Nahrungsmittelsicherheit und die Frage, wo die Reise hin geht.

    • Werden wir demnächst noch selbst Lebensmittel in unserem Land produzieren, oder werden wir uns abhängig vom Ausland machen?
    • Wollen wir wirklich die sichersten Lebensmittel der Welt und ihre Erzeuger aufgeben?
    • Wollen wir die Augen vor den Schicksalen unser Landwirte, die auch unsere Freunde, unsere Nachbarn, unsere Vereinskollegen sind verschließen?

    Lasst uns gemeinsam kämpfen für unsere Landwirte, für unsere Lebensmittelsicherheit, für unser Land!

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