DAS REICHT NICHT! Statement des Milchdialog zum aktuellen Verhandlungsstand

    Ein Statement des Milchdialog im Wortlaut:

    Der Handel hat sich bewegt: Viele Einzelrunden mit den Landwirten, schön auf Zeit gespielt, um das Weihnachtsgeschäft zu retten.
    Und nun: „Werdet Euch einig, damit wir etwas tun können.“

    Alle Landwirte, die schon länger auf die Straße gehen, kennen das Spiel bereits: Lass die Landwirte mal schön mit sich selbst beschäftigen und wir sind fein raus!

    Das akzeptieren wir nicht länger!

    NEIN, wir müssen uns nicht einig werden. Wir sind uns EINIG, dass die Preise kurzfristig raufmüssen. Die Landwirte sind nicht die eigentlichen Verhandlungspartner des LEH. Wir können Vorschläge machen und Ideen zur Umsetzung diskutieren, das ersetzt aber in keiner Weise das Gespräch zwischen Handel und Verarbeitern. Die Bäuerinnen und Bauern waren die vehementen Türöffner beim Handel und fordern, dass der Handel und die Verarbeiter endlich die längst überfälligen Gespräche aufnehmen. Nur so sitzen sich die eigentlichen Geschäftspartner gegenüber und nur so ist eine Augenhöhe hergestellt, die die Landwirte aktuell nicht im Ansatz haben.

    Selbst wenn die Landwirte unterschiedliche Ideen präsentieren – es bleiben Vorschläge und Ideen.

    Die einfachste und marktwirtschaftlichste Methode, um kurzfristig mehr Wertschöpfung auf die landwirtschaftlichen Betriebe zu bekommen:

    Macht von Handelsseite die Kontrakte auf und begebt Euch von Verarbeiterseite endlich an den Verhandlungstisch! Und reicht die Ergebnisse vollständig an die Landwirte durch!

    Alles, was sonst diskutiert wird, dauert deutlich länger und bringt nicht den notwendigen kurzfristigen Preiseffekt.
    Runde Tische, juristische Abklärungen, Arbeitsgruppen, Fonds-/Zuschlagslösungen, für die juristische Grundlagen geschaffen werden müssen, dauern Wochen und Monate und haben dann maximal einen kurzfristigen Effekt.

    Wir fordern: Längerdauernde Arbeitsgruppen und Runde Tische nur für mittel- und langfristige Lösungen!

    Wir hatten im Milchdialog besprochen, der aktuellen Corona-Situation Rechnung zu tragen und weitere Aktionen bis nach dem 10. Januar auszusetzen.

    Die Signale aus den Reihen der Landwirte sagen uns aber, dass das kaum aufrechtzuerhalten ist.
    Am 22. Dezember werden einige Molkereien und Schlachthöfe von je max. zwei Personen (!) daher einen „DENKZETTEL“ (im eigentlichen Wortsinn) verpasst bekommen.

    Ob das auch bei einigen Handelsunternehmen der Fall sein wird, können wir nicht einschätzen.
    Weitere Infos folgen!


    Hintergrund zum Milchdialog & seinen Teilnehmern:
    Bereits im August hatten sich die Verbände und Organisationen der Landwirte, die sich insbesondere für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft engagieren, im Rahmen des so genannten Milchdialogs auf ein gemeinsames Positionspapier zu notwendigen Handlungsschritten im Milch- und Fleischbereich geeinigt, das sich an Politikerinnen und Politiker richtete.
    Angesichts der katastrophalen Situation, in der sich die tierhaltenden Betriebe aktuell befinden, haben sich die Teilnehmer des Milchdialogs nun auf ein gemeinsames Forderungspapier an die Verarbeiter – im Milchbereich also an die Molkereien – verständigt, das diesen im gemeinsamen Aktionsauftakt am 11. November öffentlich überbracht wurde.

    Unterzeichnet wird das aktuelle Forderungspapier an die Verarbeiter von BDM, AbL, der LsV-Milchgruppe, EMB, den Freien Bauern und der MEG Milch Board. Unterstützt wird es zudem von der Bauern & Land Stiftung.

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