Bis 31.12.2021 haben Besitzer forstwirtschaftlicher Flächen, Forstverbände, Forst-Dienstleister/-Lohnunternehmer und Baumschulen die Möglichkeit, ihre Investitionen in eine nachhaltige Waldwirtschaft fördern zu lassen.

Dabei erhalten Sie bis zu 40% Investitionszuschuss auf den Bruttokaufpreis (pauschalierende Betriebe) bzw. auf den Nettokaufpreis (optierende Betriebe und Lohnunternehmen). Das Mindestinvestitionsvolumen je Antrag beträgt 10.000€.

Der Waldumbau nimmt weiter Form an: Die Bundesregierung hat in ihrem Konjunkturpaket unter anderem vereinbart, dass der Erhalt und die Bewirtschaftung der Wälder einschließlich der Digitalisierung in der Forstwirtschaft und Investitionen in moderne Ausrüstung und Technik für die Forstwirtschaft gefördert werden sollen. Jetzt ist als erster Schritt das neue „Investitionsprogramm Wald“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gestartet.

Bis Ende 2021 stehen hierzu rund 50 Millionen Euro bereit.

Was genau wird gefördert?

Gefördert werden Investitionen in IT-Hard- und Software, Maschinen, Geräte, Zugpferde, Anlagen und Bauten, die in der nachhaltigen Forstwirtschaft und der mobilen Holzbearbeitung zum Einsatz kommen.

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Hier eine Auflistung der förderfähigen Investitionen:

Hard- und Software zur IT-Unterstützung in Forstbetrieben und Holzlogistik

Logistik:

  • GPS-Technologie (mit Befahrungsdokumentation)
  • GIS-Anwendungen
  • Open source-Karten
  • Supply Chain Systeme (Software, Schnittstellen zwischen Softwarelösungen entsprechend forstlicher Standards)

Mess- und Erfassungstechnik:

  • Technik zur fotooptischen Rundholzvermessung
  • Tools zur mobilen Holzerfassung
  • Elektronische Messgeräte zur Erfassung von Naturaldaten (elektronische Kluppen, Laserentfernungs- und -höhenmesser)
  • Anwendungen zur Geolokalisation von Holzpoltern

Allgemeine IT (Schnittstellen kompatibel mit forstlichen Standards):

  • Navigationssysteme mit NavLog-Datensatz
  • Ankauf von Geo- und Luftbilddaten/Hintergrundkarten (topographische Karten, Luftbilder)
  • sonstige Forstbetriebs-Software (Planung, Holzvermarktung, Flottenmanagement)
  • Outdoor-IT-Geräte (mobile Datenerfassung etc.)

IT-Projekte:

  • Projekte zur Implementierung von IT-gestütztem/n Schadensmonitoring, forstlicher Betriebsplanung (einschließlich Forsteinrichtung, Waldbiotopkartierung etc.), Prozessketten, Luftbild- und Satellitenkartenauswertung etc. (Beratung, Beschaffung, Installation von IT-Systemen mit aufeinander abgestimmter Hard- und Software und einmaliger Einweisung)

Maschinen und Geräte der Forstwirtschaft

Mobile Schäl- und Entrindungstechnik:

  • Entrindende Harvesterköpfe
  • Mobile Schälmaschinen/Werkzeuge
  • Entrindungszüge
Interforst-2018-124

Innovative Fäll- und Bringe-/Rücketechnik (besonders bestandes-/bodenschondend oder mit besonders hohem Arbeitsschutz):

  • (Funk)ferngesteuerte Fäll- und Rückeraupen
  • Seilanlagen (Zubehör)
  • (Funk)ferngesteuerte / elektrisch betriebene Fällhilfen
Interforst-2018-047

Konventionelle Fäll- und Bring-/Rücketechnik:

  • Zubehör (Aggregate, Bänder, Anbauseilwinde, Traktionshilfswinde etc.)
  • Kleingeräte (für motormanuelle Holzernte)
  • Kleinrücketechnik
Interforst-2018-034

Technik für Flächenvorbereitung, Saat, Pflanzung, Wege- und Zaunbau, Waldschutz, Bestandespflege:

  • Mulcher
  • Geräte/Maschinen zur Flächenvorbereitung
  • Anbau-/Anhängeaggregate für Pflanzung
  • Bohrgeräte für Pflanzlochherstellung
  • Geräte für Wegepflege/Wegeunterhaltung (Wegehobel, Grader)
  • Geräte zum Waldschutz
  • Geräte zur Waldbegründung
  • Geräte zur Bestandespflege

Notfallkette:

  • Funkhelme
  • Funkgeräte
  • Sicherheitsausrüstung in Maschinen

Waldarbeit allgemein:

  • Schutzhütten/Schutzwagen
  • Motorsägenaufnahme

Vorbeugender Waldbrandschutz:

  • Waldbrandfrüherkennung
  • Geräte und Maschinen zur Vermeidung von Waldbränden
  • Feuerlöschanlagen für Forstmaschinen

Drohnentechnik (UAV):

  • Software (Schnittstellen mit forstlichen Standards kompatibel)
  • Hardware
Interforst-2018-022

Mobile Holzbearbeitung:

  • Mobile Sägewerke
  • Holzspalter
  • Mobilhacker
  • Pelletier- und Brikettiersysteme
  • Mobile Holztrockner
Interforst-2018-080

Holztransport:

  • Kran-/Achslastwaagen
  • Abnehmbare Kräne
  • Ausrüstung für Ladungssicherung
  • Rückewagen
forest 602174 1920

Zugpferde:

  • Zugpferde
  • Beschirrung
  • Anschlagmittel
  • Geräte zur Holzrückung mit Zugpferden
  • Geräte zur Freilegung des Mineralbodens, Saattechnik
  • Geräte zur Waldkalkung oder sonstigem Eintrag
  • Geräte zur Kulturpflege

Geräte und Anlagen für Forstbaumschulen:

  • Ausstattung Lagerhallen und Gewächshäuser
  • selbstfahrende Maschinen
  • Geräte zur Bodenbearbeitung
  • Sä-, Pflanz-, Topfmaschinen und Zubehör
  • Bewässerungstechnik

Für die gesamte Investitionssumme gibt es einen Zuschuss von 40 Prozent. Der Restbetrag ist über einen zinsgünstigen Programmkredit der Landwirtschaftlichen Rentenbank zu finanzieren. Das Programm startet auf De-minimis-Basis und wird zeitgleich bei der EU-Kommission zur Notifizierung angemeldet.

Wer wird gefördert?

Gefördert werden private und kommunale Forstbetriebe, forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, forstliche Lohnunternehmer, forstliche Sachverständige und Forstbaumschulen.

Weg zum Investitionszuschuss

  1. Angebot für förderfähige Maschine bei Händler einholen
  2. Hausbank kontaktieren und Rentenbank-Darlehen besprechen
  3. Zuschussantrag erstellen
  4. Positiven Zuwendungsbescheid erhalten
  5. Maschine kaufen und abholen
  6. Rechnung einreichen und Zuschuss erhalten


Der Zuschuss steht in Verbindung mit einem Rentenbank-Darlehen. Erster Ansprechpartner für den Antragsteller ist die Hausbank.

Weiterführende Informationen

Hintergrund:

Trockenheit, Stürme und Schädlingsbefall haben die Wälder Deutschlands in den vergangenen beiden Jahren massiv geschädigt. Das BMEL ist deshalb seit über einem Jahr aktiv, um die Akteure in der Forstwirtschaft in dieser Krisensituation mit zusätzlichen GAK-Mitteln zu unterstützen. Bund und Länder haben bis zum Jahr 2023 insgesamt rund 800 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt.

So wichtig diese GAK-Hilfen auch sind: Viele Erwerbsforstbetriebe leiden derzeit massiv an Liquiditätsproblemen in Folge der hohen Holzmengen und der in Folge eingebrochenen Holzmärkte. Durch die Corona-Pandemie und die zumindest zeitweise unterbrochenen Wertschöpfungsketten hat sich diese Situation zusätzlich verschärft. Die Bundesregierung hat deshalb Wald und Holz im Corona-Konjunkturpaket mit insgesamt 700 Millionen Euro berücksichtigt. Zur Unterstützung von privaten und kommunalen Waldbesitzern plant das BMEL im Rahmen des Konjunkturpakets auf Basis von De-minimis außerdem eine einmalige Prämie für eine besonders nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder, die durch eine Zertifizierung nachgewiesen werden muss.

Quelle: BMEL

agrando block

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