Die Anzahl der Bäume mit zu wenig Laub oder Nadeln in den Kronen war 2019 so hoch wie noch nie seit Beginn der Datenaufzeichnung zur sogenannten „Kronenverlichtung“. In den vergangenen dreißig Jahren hat sich der Anteil der Bäume mit deutlicher Kronenverlichtung verdoppelt. Auffällig ist, dass Fichten, die bei einem Blick in viele Waldgebiete offenkundig besonders betroffen zu sein scheinen, eine deutlich geringere Verlichtung haben, als Buchen und Eichen: Während 2019 die Hälfte aller Eichen eine deutliche Kronenverlichtung zeigte, traf das bei Fichten nur auf gut ein Drittel der Bäume zu.

Allerdings liegt bei Eichen und Buchen das Niveau der Kronenverlichtung bereits seit Jahrzehnten insgesamt sehr hoch, mit regelmäßigen deutlichen Negativ-Ausschlägen. Bei Kiefern und Fichten hingegen hat sich der Zustand – verglichen mit den vergangenen 25 Jahren – im Jahr 2019 deutlich verschlechtert. Die Absterberate erhöhte sich bei Fichten innerhalb eines Jahres von 0,15 Prozent (2018) auf über 0,7 Prozent (2019). Die Verschlechterung im Jahr 2019 lässt sich bei allen Baumarten auf die anhaltende Hitze und Trockenheit kombiniert mit Schädlingsbefall zurückführen.

Zur Beurteilung des Kronenzustands der Bäume wird ermittelt, wie viel Prozent des Laubs oder der Nadeln der Baumkrone fehlen. Bei Bäumen ohne Kronenverlichtung sind dies maximal zehn Prozent. Bei einem Anteil von elf bis 25 Prozent spricht man von einer schwachen, ab 26 Prozent von einer deutlichen Kronenverlichtung.

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