ASP-Krisengespräch – Auswirkungen auf die betroffenen Landwirte – 110 Tausend Hektar betroffen

    Gefährdetes Gebiet umfasst ca. 110Tsd. ha

    • davon 60,4Tsd. ha Wald, 33,5Tsd. ha Acker und Grünland
    • 182 landwirtschaftliche Betriebe, davon 41 Betriebe mit Schweinehaltung
    • insgesamt 12.710 Schweine
    • zusätzliche Information von der Internetseite des MLUK:
    • fünf Betriebe mit Bestandsgrößen zwischen 200 und 5.000 Schweinen
    • zwei Freilandhaltungen
    • in der derzeitigen Kernzone keine Schweinehaltung
    • aktuell Fallwildsuche

    Aktueller Stand und Ausblick über die Maßnahmen zur Eindämmung der ASP

    • 3 wesentliche Aufgaben:
      • Ausmaß der Verbreitung feststellen
      • weitere Ausbreitung verhindern
      • Biosicherheit in Schweinehaltungen sicherstellen
    • aktuell noch vorläufiges Gebiet -> erst wenn feststeht, bis wohin sich die ASP ausgebreitet hat, ist die endgültige Gebietskulisse definiert
    • für angeordnete Maßnahmen wird entschädigt -> entsprechender Erlass aus März 2020 wird angepasst
    • Maßnahmen im gefährdeten Gebiet: u.a.
      • Einzäunung der Kernzone -> Betretungsverbot
        • Zaun fällt Vandalismus zum Opfer
        • Kontrolle durch Landesforstbetrieb wird organisiert
      • Jagdverbot
      • vorläufiges Nutzungsverbot land- und forstwirtschaftlicher Flächen -> wenn das Ausmaß der Ausbreitung feststeht, also die Fallwildsuche abgeschlossen ist, kann über Aufhebung gesprochen werden
        • Zeithorizont nicht definierbar
        • jegliche Feld-/Ackerbewirtschaftung (z.B. Ernte, Pflügen, Aussaat) ist untersagt -> ansonsten Gefahr, dass Kadaver unterpflügt, verbreitet usw.
      • Kontrolle aller Schweinhaltungen auf Einhaltung der Biosicherheitsvorschriften
      • Verbot Auslaufhaltungen/Freilandhaltungen
      • Verbringungsverbot für frisches Wildschweinfleisch und Wildschweinerzeugnisse aus dem gefährdeten Gebiet
      • Fallwildsuche im Kerngebiet und im gefährdeten Gebiet
        • In erster Linie durch ortsansässige Jagdausübungsberechtigte
        • Unterstützung durch Hubschrauber mit (Wärmebild-)Kamera, Drohnen, Hundesuchstaffel, Mitarbeiter Landesforstbetrieb
        • Prämie für Finder in Höhe von ca. 100€ pro Fallwild
    • Einrichtung von „Bürgertelefonen“ beim MSGIV und in LOS geplant
    • Zaunbau an deutsch-polnischer Grenze wird weiterhin vorbereitet, soll zeitnah beginnen
    • Wildbrücken werden bei weiterer Ausbreitung gesperrt

    Situation der landwirtschaftlichen Betriebe in der betroffenen Region

    • Land Brandenburg wird Fond bilden zur Unterstützung der Landwirte
    • es bedarf aber auch einer Unterstützung der Landwirte untereinander -> z.B. Unterstützung bei Futterknappheit
    • Gespräch mit Schlachthof Vion in Perleberg -> Schweine aus Brandenburg werden weiterhin angenommen, allerdings nur Bestandskunden
    • Land Brandenburg beteiligt sich an den Kosten für die Entschädigung, die die Landkreise leisten müssen

    Strategie zur Bejagung und ASP-Beprobung des Schwarzwildes

    • Wenn Fallwildsuche abgeschlossen und Ausbreitungsgrad bekannt -> Übergang zur Bejagung, auch mit zur Hilfenahme von Fallen
    • Beprobung und Entsorgung von Fallwild durch das Veterinäramt organisiert

    Anmerkungen von Landwirten:

    • Umgang mit Weidetierhaltung im gefährdeten Gebiet nicht geklärt -> wurde auch nicht geklärt im Gespräch
    • Maisimport aus Polen aus fragwürdiger Lagerung wird kritisch gesehen
    • Hauptkritikpunkt: mangelhafte Kommunikation
    • Vorschlag, dass im gefährdeten Gebiet leichte ackerbauliche Maßnahmen dennoch durchgeführt werden können
    • Unverständnis über Jagdverbot und Ernteverbot
    • Kurzarbeitergeld für Landwirte sollte unbürokratisch beantragt werden können


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