Aldi-Rückruf wirft Fragen auf – Ethylenoxid fast 40 Jahren verboten

    Wie kann es sein das in einem „Bio“ Produkt das in der EU verkauft wird, Ethylenoxid nachgewiesen werden kann, das bei uns schon lange verboten ist?

    Seit 1981, also fast 40 Jahre ist dieses Mittel schon bei uns verboten.

    Ethylenoxid wird in einigen nicht EU-Ländern immer noch zu Sterilisation von Gewürzen verwendet.

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    Die „Partners in Bio GmbH“ informiert über den Rückruf des ArtikelsBio Kerne Mix“ mit allen Mindesthaltbarkeitsdaten ab dem 15.07.2021 bis einschließlich 03.09.2021. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde im Rahmen einer Untersuchung in der Sesamsaat der Rückstand Ethylenoxid nachgewiesen. Obwohl die Sesamsaat lediglich zu 15% im „Bio Kerne-Mix“ enthalten ist, bittet der Hersteller die Käufer des betroffenen Produktes, dieses vorsorglich nicht zu verzehren.

    Bio Kerne Mix 1
    Bildquelle: Hersteller

    Das Produkt wurde in Teilen des ALDI SÜD und ALDI NORD Gebietes verkauft.

    Der nächste Rückruf, dieses mal bei Lorenz Snack-World:

    Infobox Ethylenoxid

    Ethylenoxidgas tötet Bakterien, Viren und Pilze ab, daher kann es zur Begasung von hitzeempfindlichen Substanzen verwendet werden. Die Sterilisation von Gewürzen mit EO wurde 1938 durch den amerikanischen Chemiker Lloyd Hall patentiert und wird auch heute noch in einigen Ländern praktiziert. In Deutschland ist der Einsatz von Ethylenoxid im Lebensmittelbereich seit 1981 verboten, da hierbei giftiges 2-Chlorethanol entstehen kann. 

    Ethylenoxid ist giftig und krebserregend beim Einatmen. Symptome einer Vergiftung sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit/Erbrechen. Mit zunehmender Dosis kommt es zu Zuckungen, Krämpfen und schlussendlich zum Koma. Es ist für die Haut und die Atemwege reizend. Die Lunge kann sich Stunden nach dem Einatmen mit Flüssigkeit füllen (Lungenödem).

    Ethylenoxid wird normalerweise druckverflüssigt in Kombination mit 10 % Kohlenstoffdioxid gelagert. Bei Normaldruck und Zimmertemperatur verdunstet es sehr schnell und verursacht Frostverbrennungen auf der Haut.

    Bei Tieren hat es zahlreiche Fortpflanzungsdefekte wie Mutationen oder Fehlgeburten ausgelöst. Der Einfluss auf die menschliche Fortpflanzung ist noch nicht genau untersucht, es ist aber wahrscheinlich, dass die gleichen Effekte wie im Tierversuch auftreten.

    Quelle: Produktwarnung.eu, Bundestag, Wikipedia

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